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Indischer Grand Cru Café von Supremo Kaffeerösterei

Dieser reinsortige indische Grand Cru Café von der Supremo Kaffeerösterei in Unterhaching bei München stammt wohl aus bester Lage. Sein Name: YEL NOOR KAHN. Seine Herkunft: Von den Hängen des BABA BUDAN GIRI. Eine Bergkette (ca. 1.895 m) im Chikkamagaluru-Distrikt in Karnataka im südlichen Teil von Indien.
Baba Budan war der Legende nach ein indischer Sufi (Meister), dessen wirklicher Name Hazrat Shah Jamer Allah Mazarabi (Allen) lautete. Anfang des 17. Jahrhunderts brachte Baba Budan angeblich von einer Pilgerfahrt nach Mekka sieben Kaffeepflanzen (Bohnen) mit. Über die Hafenstadt Mokka im Jemen kehrte er nach Süd-Indien zurück, um in den dortigen steilen, immergrünen Bergketten Kaffee anzubauen. Dadurch soll das arabische Kaffeehandels-Monopol gebrochen worden sein. Baba Budan wird dort sowohl von Muslimen und Hindus in einem Schrein verehrt.

Ca. 20 g indische Kaffeebohnen gewogen

Zurück zum Supremo Röstkaffee:
YEL NOOR KAHN wird von Supremo als « voller Indien-Geschmack » charakterisiert. Leicht karamelig, vollmundig · rund · Hauch von Gewürzen. Diesen handgerösteten Grand Cru Café bekommt man für 6,40 Euro/250 g im Supremo Online-Shop.

Zur Verkostung:
Wir mahlen ca. 20 g des mittel gerösteten Kaffees bei einem mittleren Mahlgrad. Befüllen die Cafétiere (0,35 l Volumen) mit dem frischen Mahlgut und gießen gefiltertes nicht mehr kochendes Wasser über den Kaffee. Rühren das frisch aufgebrühte Getränk um, damit sich die freisetzenden Öle, Fette, Zucker und Säuren mit dem Wasser gut verbinden.

Grand Cru Café: Frisch aufgebrüht, noch nicht gerührt.

Erst dann setzen wir den Deckel mit Stempel auf die Kanne und lassen das Gebräu ca. 3,5 Minuten ziehen. So hat das Getränk genügend Zeit seinen aromatischen Geschmack zu bilden. Dann erst drücken wir den Stempel langsam nach unten. So dass sich kaum Kaffeesatz im Getränk selbst befindet. Und genießen den Kaffee pur: schwarz! Ohne Milch. Ohne Zucker.

Unser Genuss-Erlebnis:

YEL NOOR KAHN eingeschenkt und verkostet

Die Kaffeebohnen riechen erdig, rindig, holzig. Ein eigentümliches Gewürz steigt uns dazu in die Nasen. Trüffel-Pilze? Nach dem Mahlen steigen uns angenehme Zartbitter-Schokoladennoten entgegen. Nach 3,5 Minuten Brühzeit sehen wir eine schöne dunkle Farbe. Es riecht nach süßem, frisch gehobeltem Holz. Jetzt sind wir gespannt auf den Geschmack: Schärfe spüren wir zuerst auf der Zunge. Eine leicht bittere Note. Gewürze, Vollmundigkeit, starke Säure. Anders als andere Kaffees. Exotisch. Indisch. Interessant.

Auf unserer Genuss-Skala von 1 bis 10 bekommt der Grand Crue Café YEL NOOR KAHN von Supremo Kaffeerösterei eine 2. Kaum vergleichbar. Macht Lust auf ein zweites Kännchen, wenn man einen vollmundigen, exotischen Kaffee gerne mag.

© 2010 by Axel R. Bollmann

Spezielle Kaffeemaschine für Kaffee-Kapseln (Foto: Nespresso)

Jährlich werden Milliarden an Kapselkaffees abgesetzt. Gemahlener Röst-Kaffee wird dabei in Aluminiumkapseln portioniert und in speziellen Kaffeemaschinen zubereitet. Die komfortable Zubereitung mit Kapseln (und Pads!) beschert allen Beteiligten (Hersteller und Handel) seit einigen Jahren zweistellige Zuwachsraten.

Der Einzelportionsmarkt (aktuellere Zahlen liegen leider nicht vor):
Allein Nespresso (Nestlé) verkaufte im Jahr 2006 etwa 3 Milliarden Kaffeekapseln in 38 Ländern. Damit ist das Unternehmen der drittgrößte Kapselverkäufer (11 %). Marktführer in diesem Segment ist Sara Lee mit Pads (40%), gefolgt von Lavazza (12%). Auch kleinere Kaffeekapsel-Wettbewerber, wie Kraftfoods mit Tassimo oder Tchibo mit seinem Kapselsystem Cafissimo sehen sich auf der Erfolgsspur (Zahlen lt. Studie von Evalueserve/2005).

Der Zufall… oder ein Besuch beim Arzt:

Bioresonanzgerät nach MORA mit Kapselkaffee

Durch befreundete praktische Ärzte für Homöopathie bin ich darauf aufmerksam gemacht worden, dass es in den so genannten Kapselkaffees vermehrt zu Aluminum-Belastungen bei ihren Patienten gekommen sei.

Symptome, wie zum Beispiel Müdigkeit, Hauterkrankungen, hormonelle und nervliche Veränderungen führten auf Grund von Messungen durch die so genannte Bioresonanzanalyse* (nach Mora) der Ärzte zu dem Ergebnis, dass sie entsprechend hohe Aluminium-Belastungen haben sollen.
Nach Analyse der Ursachen wurde vermehrt festgestellt, dass bei den Vieltrinkern von Kapselkaffee nach dem »Ausleiten« der angeblichen Gifte und dem Weglassen dieses Kaffeegenusses diese Belastungen reduziert sein sollen.

Die These der Ärzte: Hervorgerufen durch den Hochdruck bei der Zubereitung in der speziellen Kaffeemaschine – Durchstoßen und mechanischer Abrieb, der zum Loch in der Kapsel führt, werden Kleinstteile dieser Leichtmetalle – mit allerdings toxischen Eigenschaften – in Verbindung mit dem heißen Wasser vermutlich ausgeschwemmt.
So soll das Aluminium die Toxizität von Quecksilber VERSTÄRKEN, welches z.B. durch Amalgam weitverbreitet ist und durch Mangel an Spurenelementen im Körper gespeichert und nicht ausgeleitet werden können. Das soll bei sehr häufigem Konsum zu Ablagerungen im Körper führen. Und damit zu verstärkten Belastungen.
Neueste amerikanische Studien sollen bewiesen haben, dass durch Aluminiumablagerungen Alzheimer entstehen kann, zumindest soll die Wahrscheinlichkeit höher sein, Alzheimer zu bekommen. Natürlich hängt das von der Veranlagung bzw. der Genetik ab, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist.

Kann die These stimmen?
Die Bioresonanztherapie ist umstritten. Aber beim Verifizieren dieser Ärztethese traf ich zu meiner Überraschung auf keine konkreten medizinischen oder wissenschaftlichen Untersuchungen zu dieser Thematik im Internet?! Nahezu gar nichts.
Auch Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Spiteller vom renommierten Institut für Umweltforschung an der Technischen Universität Dortmund konnte mir auf Anfrage nur sagen, dass er mit der Thematik an sich nicht vertraut ist, aber “es wäre durchaus möglich, dass geringfügig etwas erhöhte Aluminium-Belastungen auftreten können“.

Für eine zweite Meinung bat ich einen weiteren Arzt um eine Stellungnahme: Dr. Gerhard Rummel von der Medizinische Gesellschaft für Bioresonanz in Rheinstetten wurde dann doch konkreter.
Zitat: “Diese Schwermetallbelastungen sind ein langfristiges Problem, da diese toxischen Substanzen bei einem Prozentsatz von Patienten nicht oder verlangsamt ausgeschieden wird. Vom Amalgam ist es bekannt. Deshalb stellen diese Kapseln bei allergie-belasteten Patienten ein Risiko dar und Aluminium kann zusammen mit Infektionen den Boden für Parkinson und Alzheimer bereiten. Es sind damit multifaktorielle Zusammenhänge, die nicht einfach durch Studien zu beweisen sind. Das Problem betrifft alle “Umweltgifte” in gleicher Art, was zu immer geringeren Belastungsgrenzen durch den Gesetzgeber führt. Gesunde haben kaum Probleme, Kranke sicher.

Was sagt eigentlich die kapselproduzierende Industrie dazu?
Lavazza, einer der größten Kaffeekapsel-Produzenten weltweit, verwies mich an die zuständige PR-Agentur, die mir mitteilte, dass sie in Deutschland keine Untersuchungen dazu vorliegen haben. Eine Stellungnahme aus Italien war nicht zu bekommen. Das war schon mal enttäuschend – auf diese Thematik war man scheinbar nicht vorbereitet.

Ein Sprecher von Tchibo teilte mit, dass die oben erwähnten Auswirkungen in der geschilderten Form nicht nachvollzogen werden können -  insbesondere die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer zu erkranken.
Eine Studie des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die u. a. die Thematik „Aluminium aus Bedarfsgegenständen“ thematisiert, stütze diese Einschätzung, so Tchibo.
Zitat: „Ein Zusammenhang zwischen einer erhöhten Aluminium-Aufnahme aus Lebensmitteln inklusive Trinkwasser, Medikamenten oder kosmetischen Mitteln und einer Alzheimer Erkrankung wurde bisher wissenschaftlich nicht belegt. Weder bei Dialyse-Patienten, noch bei Aluminium-Arbeitern – beides Personengruppen, die in großem Umfang mit Aluminium in Kontakt kommen – wurden die für Alzheimer typischen Amyloid-Ablagerungen im Gehirn überdurchschnittlich oft beobachtet. Das BfR sieht deshalb keine Gesundheitsgefahr für Verbraucher durch eine Aluminiumaufnahme aus Lebensmittelbedarfsgegenständen und kosmetischen Mitteln.“ Übrigens eine Studie aus dem Jahr 2005, aktualisiert in 2007.

Ergänzend wurde seitens Tschibo angemerkt, dass die Aluminiumfläche der Tschibo-Kapseln nur kurzfristig und in geringer Fläche in Kontakt mit Kaffee bzw. Brühwasser kommt. Erst beim Einlegen der Kapsel und dem anschließenden Verriegeln des Kapselhalters durchstößt ein Dorn die Aluminiumschicht, die durch eine Folierung vom Kaffee getrennt ist. Sonst kommt der Kaffee nur mit Kunststoff in Kontakt. Eine erhöhte Löslichkeit von Aluminium unter dem Einfluss von Säuren und Salzen wie vom BfR beschrieben, ist ebenfalls bei Kaffee nicht gegeben.

Nespresso (Nestlé) bzw. deren PR-Agentur benötigte bedingt durch diverse Outlookprobleme mehr als 5 Wochen für eine Stellungnahme, aber konnte mit konkreten Zahlen aufwarten. Also hatte man die Zeit genutzt und sich vermutlich schlau gemacht.
Zum Beispiel: Wie andere Pflanzen nimmt auch der Kaffeebaum durch die Erde eine kleine Menge Aluminium auf, die zu einem natürlichen Gehalt von 0,73-52mg/kg Aluminium in Kaffeebohnen führt. Dies entspricht einem Gehalt von bis zu 0,042 mg in einer Nespresso Kapsel und 0,002 – 0,005 mg in einer zubereiteten Tasse Nespresso Kaffee. Ergo: “Bei einer geschätzten Aluminiumaufnahme durch Speisen und Getränke von 8 mg am Tag liefert eine Tasse Nespresso Kaffee ca. 0,06%”. Klingt wenig: aber bei 4 Tassen am Tag, bei einem täglichen Konsum auf das Jahr gerechnet, bezogen auf zum Beispiel die letzten 5 Jahre, macht das ca. 35 mg!

Weiter wurde mitgeteilt, dass die Nespresso-Kapsel sowie die Membran mit einer lebensmittelunbedenklichen Beschichtung versehen sind. Kleine Partikel des Aluminiums, die sich unter der Verwendung von Wasser unter hohem Druck in seltenen Fällen lösen könnten, können aufgrund der Beschichtung nicht in den gerösteten und gemahlenen Kaffee gelangen.

Hinsichtlich eines potentiellen Gesundheitsrisikos von Aluminium gibt es laut Nestlé Annahmen, denen zufolge Aluminium bei exzessivem Konsum zu einem Risikofaktor für Knochen- und Hirnschäden wie z.B. die Alzheimer-Krankheit werden kann. Experten der WHO (World Health Organisation) haben jedoch erforscht und bestätigt, dass es keinerlei Anlass für die Annahme einer primären Verbindung zwischen Alzheimer und Aluminium gibt.
Schlussbemerkung seitens der PR-Agentur von Nestlé: Nespresso ist selbstverständlich stets auf dem neuesten Kenntnisstand der Studien und Forschungen und führt regelmäßige, vorbeugende Messungen des Aluminumgehaltes im Nespresso Kaffee durch. Diese Messungen unterstützen die Aussage, dass der Gehalt sehr gering ist und zu keiner signifikanten Steigerung der täglichen Aluminiumaufnahme durch Speisen und Getränke führt.

Eine Sprecherin von Kraftfoods (Tassimo) verwies auf die Ausgabe der “test” Zeitschrift der Stiftung Warentest. Danach hatten beide Tassimo Geräte bei “Schadstoffen” von allen Kaffeemaschinen im Test die besten Ergebnisse. Zitat: “Hier geht die Stiftung Warentest zwar nicht direkt auf Aluminium ein, aber diese Tests sind durch die unabhängigen Labore der Stiftung Warentest sehr gründlich. Wenn Aluminium im Getränk vorhanden gewesen wäre, hätte die Stiftung Warentest die Öffentlichkeit mit Sicherheit darauf aufmerksam gemacht.”

Eine Sprecherin der Stiftung Warentest sagte dazu:
Zitat: “Es gibt verschiedene Thesen, inwiefern akkumulierte Stoffe im menschlichen Körper bestimmten Konsumgewohnheiten zuzuordnen sind. Nicht alle sind durch wissenschaftliche Studien belegt.
Da die Stiftung Warentest keine solche Grundlagenforschung durchführt, arbeiten sie mit dem Umweltbundesamt (UBA) und dem Bundesamt für Risikobewertung (BfR) zusammen.
Auch aus dieser Zusammenarbeit kamen keine Anstöße über die bisher untersuchten Stoffe (Blei und Nickel) weitere problematische Substanzen in die Untersuchung von Espresso- oder Portionskaffeemaschinen einzubeziehen.
Die Schadstoffbelastungen Blei und Nickel in dem Test 12/09 wurden – wie in “Ausgewählt, geprüft, bewertet” dargestellt – im Wasser aus dem Kaffeeauslass und aus dem Dampf/Heißwasserauslass bestimmt. Hintergrund dieses Vorgehens ist, dass nur so eine eindeutige Zuordnung der gemessenen Werte zu der Portionskaffeemaschine möglich ist. Leider können wir keine weiteren Aussagen dazu machen.”
Vermutlich ist das auch ein salomonisches Urteil, dass man zum jetzigen Zeitpunkt am besten treffen kann.

Meine persönliche Schlussfolgerung:
Holzauge sei wachsam. Zumindest Menschen mit einem schwachen Immunsystem, allergischen Erkrankungen bzw. deren Abwehrsystem angegriffen ist, sollten sich vermutlich trotzdem bei dieser Art des Kaffeekonsums zurückhalten. Dennoch bleibt es eine These, die nicht wissenschaftlich bewiesen ist. Grundlagenforschung tut Not. Und das BfR scheint für alle Beteiligten die einzige Anlaufstelle bzw. die letzte Instanz zu sein … In diesem Zusammenhang zwei letzte Links: ein lesenswerter Artikel aus dem American Journal of Clinical Nutrition zur Evidenzdebatte in den Vereinigten Staaten sowie ein interessanter Beitrag auf dem Vitalblog von Dr. Uwe Alschner zum Thema Paradigenwechsel in der evidenzbasierten Medizin.

*Was ist Bioresonanztherapie?
Die Bioresonanztherapie abgekürzt BRT, ist eine Methode der Alternativmedizin. Alternative Bezeichnungen sind Mora-Therapie, biophysikalische Informationstherapie oder Multiresonanztherapie.
Sie wurde 1977 von dem deutschen Arzt Dr. Franz Morell und seinem Schwiegersohn, dem Ingenieur Erich Raschke als MORA-Therapie veröffentlicht.
Bioresonanztherapie gehört nicht zum Methodenspektrum der wissenschaftlichen Medizin. Die Bioresonanztherapie hat auch nichts mit Biofeedback zu tun.
Kritische und weitere erläuternde Informationen zum Thema Bioresonanz unter: wikipedia oder Naturheiltherapie

© 2010 by Axel R. Bollmann

(Hamburg, 01.2010) Zum Auftakt des neuen Jahres haben wir uns eine echte Kaffeerarität zur Verkostung geleistet:

Speicherstadt Kaffeerösterei in Hamburg

einen Hawaii Kona extra fancy. Geröstet von der Hamburger Speicherstadt Kaffeerösterei. Gekauft im hauseigenen Fabrikladen. Hier werden rund 30 frische Röstkaffee-Spezialitäten produziert.
Verbunden haben wir den Kauf dieser Kostbarkeit (250 g) mit einem Besuch in dem hauseigenen Rösterei-Café. Umgeben von wunderschönen, alten Kaffeemühlen, Kaffeeröstanlagen und Kaffeesäcken rund um den Äquator, konnten wir den Barkassen am Fleet zusehen und einen frisch zubereiteten Hochlandkaffee (St. Helena “Green Tipped Bourbon”) für 12,90 Euro bei strömenden Regen genießen. Diese Kaffeerarität stammt übrigens von dem ehemaligen Verbannungsort Napoleons im Südatlantik. Ein sehr milder, fruchtiger Kaffee. Zubereitet in der Cafétiere.

Hochlandkaffee-Verkostung in der Speicherstadt Kaffeerösterei

Für die Verkostung zum Jahreswechsel haben wir dann einen Hawaii Kona extra fancy (100 % sortenrein) gekauft. 25o g kosten hier 18,75 Euro.
Ein Besuch dieser sehenswerten Rösterei lohnt sich und kann ich jedem Kaffee-Aficionado nur empfehlen.

Hawaii Kona extra fancy (100 % sortenrein):
Hawaii ist der 50. Bundesstaat der USA. Die Inselgruppe gehört aber zum polynesischen Kulturraum.

Hawaii Kona extra fancy, 250g, 18,75 Euro, Speicherstadt Kaffeerösterei

Hawaii liegt ungefähr 4.000 km vom amerikanischen Festland entfernt. Hawaii ist bedingt duch seine geografische Lage auch der einzige Bundesstaat der USA, in dem Kaffee angebaut wird (Kona-Kaffee). Das Anbaugebiet befindet sich an den Hängen von Hualālai und Mauna Loa an der namensgebenden Kona-Küste der Insel Hawaii.

Der immens hohe Preis (zweitteuerster Kaffee) ist ein Resultat starker Nachfrage aus Japan und den USA und erklärt sich unter anderem dadurch, dass der Kaffee nur auf etwa 30 Kilometern entlang der Westküste angebaut wird.

Es herrschen geradezu ideale klimatische Bedingungen für den Kaffeeanbau: das richtige Maß an Regen und Sonne und kein Frost. Der beste Kona-Kaffee wird als Extra Fancy, Fancy und Number One bezeichnet.

Hawaii Kona wird am besten in der Cafétiere zubereitet

Wir mahlen 20 g des hell gerösteten Kaffees bei einem mittleren Mahlgrad.  Befüllen die Cafétiere (0,35 l Volumen) mit dem frischen Mahlgut und gießen gefiltertes nicht mehr kochendes Wasser über den Kaffee. Rühren das frisch aufgebrühte Getränk um, damit sich die freisetzenden Öle, Fette, Zucker und Säuren mit dem Wasser gut verbinden. Erst dann setzen wir den Deckel mit Stempel auf die Kanne und lassen das Gebräu ca. vier Minuten ziehen. So hat das Getränk genügend Zeit seinen aromatischen Geschmack zu bilden. Dann erst drücken wir den Stempel langsam nach unten. So dass sich kaum Kaffeesatz im Getränk selbst befindet. Und genießen den Kaffee pur: schwarz! Ohne Milch. Ohne Zucker.

Hawaii Kona frisch zubereitet. Unvergleichlich!

Unser Genuss-Erlebnis:
Gewürze, Musskat, Pfeffer steigen uns in die Nase. Es riecht nach Exotik. Das weckt die Neugierde auf den Geschmack. Nüsse, Früchte, Kirschen, Granatapfel, Ribisel – das ganze Potpourrie an hawaiianscher Traumwelt wird in uns wach gerufen. Feine Säure, weich, mittlerer Körper. Ein klarer, frischer langer Abgang. Perfekt! Wir sind rundum begeistert. Ein Kaffee, der zu den BESTEN gehört.

Auf unserer Genuss-Skala von 1 bis 10 bekommt der Hawaii Kona extra fancy von der Hamburger Speicherstadt Kaffeerösterei eine glatte 1. Traumhaft. Glückwunsch nach Hamburg, einen solch exotischen Kaffee so perfekt veredelt zu haben.

© 2010 by Axel R. Bollmann

Dr. Hans-Jürgen Langenbahn, Fotoquelle: Dr. Langenbahn

Dr. Hans-Jürgen Langenbahn, Fotoquelle: Dr. Langenbahn

Interview mit Dr. Hans-Jürgen Langenbahn, Maskal-Kaffee
Vor einigen Tagen hatte ich Gelegenheit, mit dem Kaffee- und Äthiopien-Experten Dr. Hans-Jürgen Langenbahn (Ethnologe) von Maskal fine coffee company, Bochingen/Freiburg ein telefonisches Interview zu führen.

Kaffeewacht: Herr Dr. Langenbahn, vor mir steht eine Kaffeepackung mit der Aufschrift »Äthiopien Sidamo«. Kommt dieser Kaffee aus der Provinz Sidamo bzw. Sidama?
Langenbahn: Die Provinz Sidamo gibt es nicht mehr. Nach der Verwaltungsreform von 1994 wurde eine Sidama Zone in der Verwaltungsregion Southern Peoples, Nations & Nationalities gebildet. In Äthiopien wird Kaffee aber auch nicht nach Regionen definiert, sondern nach Charakter beziehungsweise nach Geschmack.
Kaffeewacht: Wie definiert Äthiopien denn Kaffee nach Charakter?
Langenbahn: Der Kaffee wird von den Produzenten (Plantagen, Kooperativen) zum Verkostungszentrum in Addis Abeba gebracht. Diese Organisation weiß nicht, woher der Kaffee aus dem Land kommt. Er wird defacto blind verkostet. Alles, was an Kaffee reinkommt wird als Geschmack definiert und als Yirga Cheffe, Sidamo, Limu oder Jimma verkauft. Der Kaffee aus Äthiopien ist nicht identisch mit irgendeiner Kaffeeregion oder mit einem Kaffeeanbau.
Kaffeewacht: Wer kann das bestimmen? Und ist das glaubwürdig?
Langenbahn: Ich bin sehr oft in Äthiopien gewesen und kenne das Verkostungszentrum persönlich. Es gibt eine einzige Verkostungszentrale. Die Leute dort sind absolut geschult. Jeder Verkoster muss einmal im Jahr für ein paar Wochen in ein bestimmtes Anbaugebiet fahren, damit er dort von der Pike auf alles mit bekommt. Ja, die Verkoster können den typischen Geschmack sofort identifizieren. So können sie auch garantieren, dass der Kaffee so schmeckt wie der Kunde es erwartet.
Kaffeewacht: Gibt es eine Rangfolge in der Qualität?
Langenbahn: Es gibt ein Preisgefälle. 1. Yirga Cheffe 2. Sidamo, 3. Limu. Früher waren Yirgacheffe und Sidamo ein Charakter. In den 70er Jahren des vorherigen Jahrhunderts hat man sie getrennt.
Und jetzt kommt es: jeder denkt, es gibt nur gewaschene Yirgacheffe. Die Zahlen sind falsch. Es gibt natürlich auch sonnengetrocknete Yirga Cheffe. Ungefähr 1/3 mehr als gewaschene! Bis vor drei Jahren durften die sonnengetrockneten nicht verkauft werden, um den hohen Ruf des gewaschenen Yirga Cheffe nicht zu gefährden. Was hat man getan? Die sonnengetrockneten Yirga Cheffe werden als Sidamo (Grad 4 ) verkauft.
Kaffeewacht: Ist das legal?
Langenbahn: Dass sonnengetrockneter Yirga Cheffe in Äthiopien als Sidamo deklariert wird, ist dort legal. Das ist Landespraxis. Dort wird vieles quer durchs Land gemischt. Seit dem 2. Dezember 2008 hat das Land sich auch noch für ein neues strategisches Vermarktungskonzept entschieden: »Masse geht vor Klasse«. Aus ökonomischen Gründen fokussiert man sich auf Standardkaffees. Trotz großer Widerstände im In- und Ausland muss alles zentral abgeliefert werden. Alle Kaffees werden wie bei Getreide oder Bohnen vermischt. Ob minderwertige Kaffeesorten, Hochlandkaffee, Plantagenkaffee oder Kaffees aus Kooperativen. Das führt zur Einheitsware. Und zum Aus für die echten Kaffeespezialitäten (Single Origins). Die feinen Unterschiede durch Anbauhöhe, durch Varietäten gehen verloren. Das vernichtet die Potenziale, die das Land hat. Man hat bei aller Effizienz leider übersehen, dass Kaffee ein sensibles Produkt ist, das weltweit unterschiedlichste Anfragen und Bedürfnisse befriedigen muss.
Kaffeewacht: Besteht noch Hoffnung?
Langenbahn: Der Widerstand ist nach wie vor dauerhaft und sehr groß. Es fängt an zu bröckeln …
Kaffeewacht: Herr Dr. Langenbahn, ich danke Ihnen für das Gespräch.

© 2009 Interview by Axel R. Bollman

Jamaica Blue Mountain, Hawaii Kona und Kopi Luwak gehören sicherlich zu den bekanntesten Vertretern der am meisten diskutierten Kaffeeraritäten (Luxussegment) der Welt. Legenden und Geschichten ranken um diese Kostbarkeiten. Getrunken werden diese Top-Kaffees im englischen Königshaus (Jamaica Blue Mountain), im Weissen Haus (Hawaii Kona). Sie werden in amerikanischen Luxushotels und Spitzenrestaurants angeboten. Begleiten die Astronauten der NASA. Werden von Filmhelden wie James Bond genossen. Aber vor allem werden diese Raritäten zu Spitzenpreisen angeboten. In Japan kostet eine Schale Jamaica Blue Mountain Kaffee um die 10 Euro. In den USA wird der Kopi Luwak für bis zu 350 US$/Kilogramm verkauft.
In Deutschland kostet das Kilogramm Röstkaffee dieser sortenreinen Top-Raritäten im schonenden Niedertemperatur-Chargenröstverfahren bei renommierten deutschen Privatröstern, wie Supremo Kaffeerösterei/Unterhaching, von ca. 180 Euro für Kopi Luwak über ca. 120 Euro für Jamaica Blue Mountain bis 80 Euro für Hawaii Kona Röstkaffee.
Zum Vergleich: eine handwerklich geröstete sortenreine Hochland-Kaffeespezialität (zum Beispiel: Monsooned Malabar AA bei der Speicherstadt Kaffeerösterei Hamburg) kostet pro Kilogramm ca. 18 Euro. Industrielle Kaffeemischungen beim Discounter (zum Beispiel Aldi) um die 5 Euro pro Kilogramm Röstkaffee.
Sicherlich eine grobe Vereinfachung. Denn es gibt viele Differenzierungsgesichtspunkte, die einen bestimmten Preis rechtfertigen (industriell oder traditionell geröstet, Robustakaffee aus Vietnam oder Hochlandkaffee aus Guatemala, Plantage oder Kooperative, sortenrein oder gemischt, Arabica oder Robusta, Rainforest, Fair Trade, biodynamisch usw.). Es geht hier um die beispielhafte Veranschaulichung der Marktsegmente (Top/Luxus, Spezialitäten, Massenmarkt).

Immer mehr Privatröstereien sind über die Entwicklung der Raritäten im Luxussegment irritiert.
Es kursieren abenteuerliche Marktzahlen* – von Hawaii Kona sollen pro Jahr 700 Tonnen (700.000 kg) geerntet, aber jährlich 10.000 Tonnen (10.000.000 kg) verkauft werden!? Kopi Luwak wird mit 200 kg (0,2 Tonnen) Ernte pro Jahr angegeben. Und es werden angeblich Tonnenkaffee jährlich verkauft. Von Jamaica Blue Mountain sollen jährlich 900 Tonnen (900.000 kg) geerntet und ein vielfaches davon verkauft werden …

Wie ist das möglich?
Nach dem Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch und der Deklarationsverordnung müssen laut Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer Deutscher Kaffeeverband, 100 % Hawaii Kona-Kaffee enthalten sein, wenn „Hawaii Kona“ auf der Packung steht. Alles andere ist Lug und Trug und ist lebensmittelrechtlich zu beanstanden. Wenn „Kona Mischung“ auf der Packung steht, muss ausgewiesen sein, wieviel Prozentanteil „Kona“ enthalten ist.
Wenn keine Prozentangaben genannt werden, es sich aber um eine „Kona Mischung“ handelt, müssen es 100 % Kona Provenienzen sein. Oder es muss anderweitig deutlich ausgewiesen werden: Mit Bohnen „soundso“, die in der Zutatenliste angegeben sein müssen. So, dass man weiss, der Hauptanteil ist „Kona“, dann kommt „Brasilien“, „Kolumbien“ usw. Alles andere wäre ein Verstoß gegen das deutsche Lebensmittelrecht.
Mirko Schamong, Schamong Kaffee in Köln, sagt dazu, dass Raritäten üblicherweise mit guten Arabicabohnen aus der direkten Umgebung des Anbaugebietes verlängert werden, zum Beispiel Indonesien Luwak mit Java! Teils zu Preisen, für die man früher nicht eine Tasse Kopi Luwak gebrüht bekommen hätte, sagt Matthias Busse, Yellow Star Coffee aus Berlin. Busse hat sich vom Kopi Luwak-Geschäft mitterweile getrennt, da es seiner Ansicht nach keine zuverlässige Bezugsquelle dafür gibt. Aus Hawaii importiert Busse 100 % Kona Originalröstungen direkt von der Farm Athena of Hawaii.
Hans Nill von Spezialitäten-Compagnie, Mössingen/Freiburg hat sich sehr elegant aus der Raritätenaffäre gezogen. Er ist ein langjähriger Kenner des Hawaii Kaffees und bietet statt Kona einen sortenreinen Spitzenkaffee von der Hawaii Insel Maui an, den es exklusiv in Europa nur bei ihm gibt: „Maui Moka“, die wohl kleinste Bohne der Welt.
Andreas Wessel-Ellermann, Speicherstadt-Kaffee, Hamburg bietet ausschließlich sortenreine, also unverfäschte Raritäten an. Beim Thema Mogeln legt Wessel-Ellermann aber ausdrücklich noch eins drauf und schießt gegen die großen Industrieröster: In einer Verbraucherinformation für Kunden der Speicherstadt Kaffeerösterei (Herausgeber Speicherstadt Kaffeerösterei) bestehen laut unabhängigen Untersuchungen 50 % der Kaffees von einigen Großanbietern zu einem teils sehr hohen Anteil aus günstigem Robusta-Kaffee, trotz Deklaration von 100 % Arabica auf der Verpackung! Als Begründung verweist Wessel-Ellermann auf den vernichtenden preislichen Wettbewerb bei den industriellen Kaffeeherstellern (nach Abzug der Handelsspanne, Kaffeesteuern und allen Kosten verbleiben 0,80 bis 1,20 Euro für den Einkauf von Rohkaffee. Fair Trade garantiert derzeit 1,40 Euro. Hochwertige Kaffeespezialitäten (Hochlandkaffees) kosten jedoch das Drei- bis Vierfache im Einkauf.

Zurück zu den Raritäten, die im Einkauf noch ein Vielfaches der Spezialitäten kosten.
Am Beispiel von „Hawaii Kona“ will ich es genauer wissen. „Hawaii Kona“ ist für den Kaffee-Aficionado ein Qualitätssiegel. Ausschließlich im Distrikt Kona der Hawaiianischen Hauptinsel wächst diese mild-würzige Sorte. Sie gilt als ein Spiegel des Klimas, des perfekten Bodens und der Verarbeitung vor Ort. Die kleine Anbaufläche macht diesen Kaffee hochbegehrt und kostbar. Versierte Kaffee-Kenner schätzen ihn für seinen exzellenten Geschmack und sind deshalb auch bereit, seinen vergleichsweise hohen Preis zu bezahlen.

Auf Empfehlung des Kaffeeverbandes nehme ich Kontakt mit der vor wenigen Jahren gegründeten KCFA Kona Coffee Farmers Association, Kailua-Kona, Hawaii (USA) auf. Bruce Corker, President von KCFA bringt etwas Licht ins o.a. Zahlen-Missverhältnis für Hawaii Kona Kaffee. Seit 1989 gibt es auf Hawaii ein Gesetz, dass es hawainischen Kaffeeröstern erlaubt „Kona Blend“ (Kona Mischung) auf die Packung zu schreiben, die nur 10 % Kona und 90 % importierten Kaffee enthält! Aus Sicht von KCFA ist das eine „legale Fälschung“ von Hawaii Kona Kaffee. Konsumenten werden bewußt getäuscht, scheinbar echten „Kona Kaffee“ zu kaufen und damit einen zu 90 % „verfälschten“ Geschmack zu verbreiten, insbesondere auf dem US-amerikanischen Markt. Zu Preisen, die zu Lasten der Bauern gehen, der sogenannten „Cherry Farmers“, der zumeist alteingesessenen Kaffeebauern mit niedrigem Ausbildungsstand. KCFA hat den Kampf aufgenommen. Mittlerweile sind über 100 Bauern dem KCFA-Verband beigetreten. Von hier gehen nur zertifizierte Säcke mit 100 % Kona auf die internationalen Märkte. Weitere Aufklärungsarbeit tut dringend Not, sagt Corker.

Fazit:
„Kona Blend“ ist Preibisch vom Kaffeeverband auf dem deutschen Markt nicht bekannt. Vermutlich gibt es auf dem deutschen Markt (noch) keine „legalen Fälschungen“. Und wenn müßte man laut Kaffeeverband die Provenienzen ja transparent machen.
Das Jamaica Coffee Industry Board ist im Unterschied zu Hawaii bereits aktiv auf der Suche nach legalen Sanktionen gegen Fälschungen, u.a. müssen die Fässer zertifiziert sein und sie sollen unmittelbar nach dem Öffnen zerstört werden, damit sie nicht mit anderen Bohnen befüllt werden.
Bei Kopi Luwak und ihrer Massentier-Käfighaltung der Schleichkatzen besteht wohl die größte Unsicherheit. Hier sollte man nur bei Kaffee-Partnern des Vertrauens kaufen.
Aber ein Rest Unsicherheit bleibt, denn auch die Importeure/Händler der Röster müssen auf die Aussagen der Vertreter der Herkunftsländer vertrauen. Und die Herkunftsländer machen teilweise, was sie wollen, sagt Dr. Hans-Jürgen Langenbahn von Maskal – fine coffee company und ausgewiesener Kenner u.a. des äthiopischen Kaffeemarktes.

*Jeder hatte davon gehört. Leider konnte mir keiner der ausgewiesenen Kaffee-Experten (u.a. Deutsche Kaffeeverband, KCFA oder Vertreter der Privatröster) bei meinen Recherchen die o.a. Zahlen bestätigen oder gar eine konkrete Studie nennen, die diese Zahlen belegen.

© 2009 by Axel R. Bollmann

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