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Archive for Mai 2010

Der Kaffeekonsum ist 2009 das vierte Jahr in Folge gestiegen, obwohl einzelne Kaffee-Segmente aufgrund der Krise Rückgänge verzeichnen mussten. 150 Liter Kaffee trank jeder Bundesbürger im vergangenen Jahr im Durchschnitt. Damit ist Kaffee weiterhin das am meisten konsumierte Getränk in Deutschland.

Holger Preibisch Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes e.V. (Foto: Deutscher Kaffeeverband)

Holger Preibisch Hauptgeschäfts-führer des Deutschen Kaffeeverbandes e.V. (Foto: Deutscher Kaffeeverband)

Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes mit Sitz in Hamburg: „Deutschland ist ein Kaffeeland. Dies zeigt allein die Steigerung im Kaffeekonsum um 1,3 Milliarden Tassen Kaffee im Vergleich zum Vorjahr.“

Der Deutsche Kaffeeverband meldet für 2009 ein Wachstum sowohl im Röstkaffeemarkt als auch beim löslichen Kaffee. Vor allem die Segmente Espresso/Caffè Crema sowie Pads und Kapseln konnten im Jahr 2009 ein deutliches Plus von mehr als zehn Prozent verzeichnen. „Der Konsument will Lifestyle, Convenience und Qualität in einem. Dies zeigt die Marktentwicklung von Espresso und Einzelportionen, die eine schnelle und einfache Zubereitung ermöglichen“, so Preibisch.
Insgesamt wurden im Jahr 2009 in Deutschland 407.000 Tonnen Röstkaffee und 12.400 Tonnen löslicher Kaffee abgesetzt. Dies entspricht einer Menge von 527.160 Tonnen Rohkaffee und einem Plus von rund 1,7 Prozent. Der weltweite Ertrag an Rohkaffee lag bei ca. 7,2 Millionen Tonnen in 2009.

Espresso/Caffè Crema weiterhin stark gefragt
Espresso und Caffè Crema* haben erneut einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Insgesamt wurden 48.000 Tonnen Espresso/Caffè Crema im Jahr 2009 abgesetzt. Vor allem der Verbrauch von Espresso aus deutscher Produktion ist stark gewachsen. Wurde bis zum Jahr 2006 deutlich mehr Espresso/Caffè Crema aus italienischer Röstung in Deutschland konsumiert, so kehrt sich dieser Trend seit einigen Jahren um. Im Jahr 2009 wurde mehr als das Doppelte des in Deutschland konsumierten Espressos in Deutschland geröstet als aus Italien importiert. „Espresso und Caffè Crema sind weiterhin stark gefragt. Diese Mischungen werden vorrangig in Vollautomaten eingesetzt und sind die Grundlage für den von Vielen zu Hause und unterwegs so geliebten Cappuccino und Latte Macchiato„, so Holger Preibisch.

Markt für Einzelportionen wächst stetig
Der große Wachstumstrend bei Pad- und Kapselsystemen hält weiter an. Im vergangenen Jahr konnte der Absatz um rund 15 Prozent gesteigert werden. Seit 2004 ist der Konsum von Einzelportionen um das Zehnfache gewachsen.

Mehr Kaffee zu Hause getrunken
Der Außer-Haus-Markt musste im weltwirtschaftlich schwierigen Jahr 2009 einen Rückgang hinnehmen. Kurzarbeit und vermehrte Arbeitslosigkeit sowie reduzierte Geschäftsreisen wirkten sich auf das Konsumverhalten der Deutschen aus. „Viele Bundesbürger haben in 2009 aus Mangel an Gelegenheiten ihren Kaffee nicht wie sonst zuvor im Büro, in der Fabrik oder auf Geschäftsreisen getrunken sondern zu Hause“, sagt Holger Preibisch. Zum Außer-Haus-Markt zählen neben Gastronomie und Hotellerie auch Kantinen, Krankenhäuser und der Konsum am Arbeitsplatz. Der Anteil des Außer-Haus-Marktes lag 2009 bei 25 Prozent des Gesamtmarktes.

Löslicher Kaffee wächst kontinuierlich
Das vierte Jahr in Folge ist der Absatz von löslichem Kaffee gestiegen. Preibisch erklärt: „Das Wachstum für löslichen Kaffee ist Folge des Trends der einfachen Zubereitung. Löslicher Kaffee ist die komfortabelste und schnellste Art, Kaffee zuzubereiten.“ Der Marktanteil für löslichen Kaffee liegt bei rund 8 Prozent.

Zertifizierte Kaffees auf Vorjahresniveau
Entgegen der Erwartungen ist der Marktanteil von zertifizierten Kaffees (einschließlich Bio-Kaffees) im Jahr 2009 nicht gestiegen, sondern blieb auf Vorjahresniveau bei zwei bis drei Prozent. „Der Konsument hat insbesondere in den Supermärkten von dem breiten Sortiment der zertifizierten Kaffees weniger Gebrauch gemacht als erwartet. Hier ist aber weiterhin Wachstumspotenzial für die Zukunft des Kaffees“, so Holger Preibisch.

Quelle: Deutscher Kaffeeverband

*(Annahme der Red.) Unter „Caffè Crema“ werden hier Kaffeesorten bzw. Kaffeemischungen verstanden, die im Vergleich zum Filterkaffee dunkler geröstet sind und in Halb- oder Vollautomaten zubereitet werden können. Sie werden nicht nur als geröstete Bohnen oder gemahlen, sondern auch als so genannte Kaffee-Pads oder Kaffee-Kapseln angeboten.

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Arabica Yirgacheffe-Kaffee aus dem Süden Äthiopiens werden hauptsächlich nach Japan und Europa ausgeführt, selten in die USA. Das liegt daran, dass der „deutsche“ Kaffeeröster Dallmayr/Nestlé sehr enge Geschäftsbeziehungen zu Anbauern von Yirgacheffe-Kaffees hat und somit die größte Einzellieferung dieser Bohnen erhält.
Äthiopien gilt als ein wichtiges Kaffee-Erzeugerland. Von allen afrikanischen Staaten ist es der Hauptexporteur von Arabica-Bohnen.
Äthiopische Qualitätskaffees sind unverwechselbar im Geschmack und zählen zu den besten der Welt. Hervorgebracht werden Kaffees von weinigen, würzig-kräftigen, fruchtigen Aromen und kraftvollem Körper.

Yirgacheffe Perlbohne mit mittlerer Rösttiefe

Yirgacheffe Perlbohne mit mittlerer Rösttiefe

Von der Berliner Kaffeerösterei haben wir heute eine Kostbarkeit besonderer Art probiert. Eine Yirgacheffe-Perlbohne (Befindet sich in der Kaffeekirsche nur eine Bohne statt der üblichen zwei, wird diese Perlbohne genannt). Wegen ihrer Seltenheit ist sie sehr kostbar. 250g/geröstete Bohnen kosten bei der Berliner Kaffeerösterei 5,70 Euro.

Zur Verkostung:
Wir mahlen ca. 21 g des mittel gerösteten Yirgacheffe-Perlbohnen-Kaffees bei einem mittelgroben Mahlgrad. Mit der Cafétière läßt sich damit ein wunderbarer Kaffee zubereiten. Der nach dem Presso-System zubereitete Kaffee wird von vielen bevorzugt, weil die gemahlenen Bohnen dabei ihr volles Aroma entfalten. Das Presso-System wurde angeblich 1933 von einem Ialiener namens Caliman erfunden, der dieses Patent später einem Schweizer verkaufte, um während des Krieges aus Italien flüchten zu können.

Yirgacheffe Perlbohne, zubereitet in der Cafétiere (Press-Stempelkanne)

Yirgacheffe Perlbohne; am besten in der Cafétière (Press-Stempelkanne) zubereiten

Wir geben das Mahlgut in die Cafétiere (0,35 l Volumen) und gießen gefiltertes (ideal: 8 °dH) nicht mehr kochendes Wasser über den Kaffee. Rühren das frisch aufgebrühte Getränk um, damit sich die freisetzenden Öle, Fette, Zucker und Säuren mit dem Wasser gut verbinden.
Erst dann setzen wir den Deckel mit Stempel auf die Kanne und lassen das Gebräu ca. 3,5 Minuten ziehen. So hat das Getränk genügend Zeit seinen aromatischen Geschmack zu bilden. Dann erst drücken wir den Stempel langsam nach unten. So dass sich kaum Kaffeesatz im Getränk selbst befindet. Und genießen den Kaffee pur: schwarz! Ohne Milch. Ohne Zucker.

Unser Genusserlebnis

Yirgacheffe Perlbohne - perfekte Harmonie mit Zartbitterschokoladenoten, die an Plantagenkakao von M. Cluizel erinnert

Yirgacheffe Perlbohne - perfekte Harmonie mit Zartbitterschokoladenoten, die an Plantagenkakao von M. Cluizel erinnert

Bouquet/Geruchseindrücke: Nach dem Mahlen der gerösteten Bohnen nehmen wir Gewürze (spicy) wahr. Dazu steigen Küchenkräuter (ähnlich wie Maggi) auf. Nach dem Aufbrühen schießen uns fruchtig-schokoladige Aromen entgegen, das uns an Papaya/Physalis erinnert. Beim ersten Schluck nehmen wir in der Nase weinige Noten wahr. Wohl typisch für einen sehr guten Äthiopier.
Geschmackseindruck/Säure: Feine Säure. Sehr gut (5). Geschmackseindruck/Aroma: Auf der Zunge: Edle Zartbitterschokolade. Dazu ein weiniges Aroma. Sehr rund. Außergewöhnlich gut. (6) Geschmackseindruck/Körper: Im Unterschied zu einem volumniösen kräftigen Körper eines Kenianers nehmen wir hier eher einen weichen Körper am Gaumen wahr (5) Geschmackseindruck/Harmonie: Rund. In sich geschlossen. Lang anhaltend im Abgang mit einer würzigen Note. (5). „Wir sind begeistert!“

Auf unserer persönlichen Genuss-Skala erreicht diese Kostbarkeit 21 Punkte (max. 24 Punkte). Kompliment an die Berliner Kaffeerösterei, der es gelungen ist, diesem kostbaren Kaffee eine perfekte Veredelung zu geben.

© 2010 by Axel R. Bollmann

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Hamburg, 27. Mai 2010. Kaffee gilt nach Erdöl als das zweitwichtigste Handelsgut auf der Welt. Im vergangenen Jahr lag der weltweite Ertrag bei rund 7,2 Millionen Tonnen Rohkaffee.  Eine wichtige Rolle im Rohkaffeegeschäft nehmen, nach den Kaffeebauern in den Ursprungsländern, die Rohkaffee-Händler ein. Und die leisten mehr als man vom Begriff „Handel“ erwartet.

Neue Messe, Hamburg (Foto: HMC / H.G. Esch, Ingenhoven Architects (HMCEI)

Neue Messe, Hamburg (Foto: HMC / H.G. Esch, Ingenhoven Architects (HMCEI)

Auf der COTECA Hamburg, The International Trade Show for the Coffee, Tea & Cocoa, vom 4. bis 6. Juni auf dem Hamburger Messegelände präsenteren sich einige der weltweit wichtigsten Rohkaffee-Handelsunternehmen. Die neue internationale Fachmesse richtet sich europaweit an Experten aus der Industrie, dem Handel und Coffee-Shops. Sie bildet erstmals in Europa die vollständigen Prozessketten aller drei Branchen von der Rohware bis zum fertigen Produkt ab.

Der Rohkaffee-Handel ist eine traditionsreiche Branche. In Deutschland gibt es rund 20 Handelsunternehmen, Agenten und Makler, die in diesem Bereich tätig sind. Die meisten von ihnen haben ihren Firmensitz in Hamburg. Schließlich ist der Hafen der Hansestadt mit einem jährlichen Volumen von rund einer Million Tonnen der größte Umschlagplatz für Rohkaffee in ganz Europa. Die Rohkaffee-Händler sind jedoch nicht nur für den Import zuständig. „Wir sind der Dreh- und Angelpunkt zwischen dem Anbauer und dem Röster“, erläutert Händler Alexander Marcks von dem Unternehmen Bernhard Benecke Coffee, das sich auf der COTECA Hamburg präsentiert. Die Rohkaffee-Händler finanzieren den Handel zum Teil vor, sind Servicestelle für den Transport und garantieren, dass die Rohware rechtzeitig am Zielort eintrifft. Außerdem vermitteln sie zwischen dem Verkäufer oder Anbauer und dem Käufer. Sie wissen auch, welcher Röster welche Ware für seine ganz spezielle Mischung benötigt.

Als landwirtschaftliches Produkt unterliegt der Kaffee natürlichen Schwankungen. Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer Deutscher Kaffeeverband: „Kaffee wird wie Wein von äußeren Einflüssen wie dem Boden, der Witterung oder der Sonnenscheindauer geprägt und schmeckt daher in jedem Jahr anders. Die Konsumenten erwarten jedoch von einem Markenprodukt einen konstanten Geschmack. Um den zu gewährleisten, bestehen die klassischen Röstkaffees aus Mischungen mehrerer Sorten, die aus unterschiedlichen Anbaugebieten stammen.“ Garanten dafür, dass der Markenkaffee immer gleich schmeckt, sind die Kaffeeverkoster. Holger Preibisch: „Das Mischen ist eine hohe Kunst – ähnlich der eines Parfümeurs.“

Die Anforderungen beim Kaffeeverkosten sind hoch. Das Mischen steht am Ende der langen Prozesskette, entsprechend groß ist die Verantwortung. Die Verkoster müssen einen feinen Gaumen und eine sehr gute Nase haben. Thorsten Hammersen, Geschäftsführer des Handelsunternehmens Efico aus Uetersen, das ebenfalls in Hamburg ausstellt: „Die Unterschiede bei den einzelnen Kaffees sind erheblich. Neben den Witterungsbedingungen wirken sich auch der Säuregehalt und die Güte der Fermentierung auf den Geschmack und die Qualität aus. Erfahrung ist darum wichtig. Unsere Händler kennen sich mit Kaffees aus allen Anbaugebieten aus.“

Mit der Neumann Kaffee Gruppe ist auch der weltweit führende Rohkaffee-Dienstleister auf der COTECA Hamburg präsent. Das Handelshaus mit Sitz in Hamburg beschäftigt in seinen knapp 50 Unternehmen in 28 Ländern rund 2.100 hochqualifizierte Spezialisten. Hanns-Christian Neumann, Leiter Kommunikation: „Die Neumann Kaffee Gruppe bietet unterschiedlichste Serviceleistungen entlang der Wertschöpfungskette von Rohkaffee an. Das breite Spektrum reicht von der Landwirtschaft und dem Farmmanagement über den Export und Import bis hin zur Logistik, dem Risikomanagement und der Finanzierung.“ Über ihr Unternehmen InterAmerican Coffee beliefert die Gruppe auch Spezialitäten-Röster in Europa und Nordamerika mit hochwertigen Rohkaffees aus aller Welt.

Während bei den klassischen Röstkaffees konstanter Geschmack ein entscheidendes Kriterium ist, werden für die so genannten Spezialitätenkaffees immer wieder neue Mischungen kreiert. In Deutschland ist die Nachfrage nach Spezialitätenkaffees seit Jahren steigend. Schätzungen zufolge gibt es bundesweit mehr als 300 kleine Röster, die vor allem Coffee-Shops und Gastronomiebetriebe mit den exklusiven Mischungen beliefern.

Im Bereich der Spezialitätenkaffees ist das Hamburger Handelsunternehmen List & Beisler aktiv. Stefan Sprengel, einer der drei Geschäftsführenden Gesellschafter: „Wir gehören zu einer Handvoll Unternehmen in Deutschland, die sich ausschließlich auf feinste Kaffees in aller Welt fokussiert hat.“ Dabei sind die Preisunterschiede gewaltig. Sprengel: „Die Spezialitätenkaffees aus Guatemala, wo in der Region um die Stadt Antigua die besten Kaffees der Welt wachsen, kosten rund doppelt so viel wie der klassische Kaffee beispielsweise aus Brasilien. Daneben gibt es aber auch echte Raritäten etwa aus Jamaika, die rund 50-mal so viel kosten.“ Auch List & Beisler informiert die Besucher der neuen Fachmesse in Hamburg über seine Produkte und Dienstleistungen, ebenso wie das Handelsunternehmen Hamburg Coffee Company HACOFCO.

Die COTECA Hamburg, The International Trade Show for the Coffee, Tea & Cocoa Business, bildet als erste Fachmesse in Europa die vollständigen Wertschöpfungsketten aller drei Segmente Kaffee, Tee und Kakao ab. Sie feiert vom 4. bis 6. Juni auf dem Hamburger Messegelände Premiere und findet alle zwei Jahre statt. Begleitet wird die neue Fachmesse von einem internationalen Kongress, auf dem hochkarätige Referenten aus dem In- und Ausland die globalen Herausforderungen, Chancen und Trends in den drei Märkten darstellen. Ideeller Träger der COTECA Hamburg ist der Deutsche Kaffeeverband.

Quelle: Messe Hamburg

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Lavazza-Barista zaubert auf der barzone in Berlin

Lavazza-Barista zaubert auf der barzone in Berlin

Zum dritten Mal veranstaltete das Szene-Gastronomie-Magazin FIZZZ, dahinter steht der Meininger Fachverlag für Wein- und Getränkehandel, die „barzone“ in Berlin. Die barzone, positioniert als „Leitmesse der Szene-Gastronomie“, öffnete wieder für zwei Tage (4. und 5. Mai) ihre Tore in der arena in Berlin Treptow. Im Kern zeigten Zulieferer von Bars und Restaurants ihre neuesten Produkte und Dienstleistungen. Im Kaffeebereich waren Lavazza, Chicco di Caffè und IFBI vertreten.

Exotische Zigarrenverkäuferin vor der »Education Area«

Exotische Zigarrenverkäuferin vor der »Education Area«

Mit einem sehr überzeugenden Begleitkonzept wurden dem Besucher dieser Fachmesse viele praxisorientierte und inspirierende Angebote rund um das eigene Metier geboten. Internationale Barkeeper und Bar-Stars präsentierten aktuelle Trends auf einer großen Show-Bühne und am Tresen. Gastronomieexperten vermittelten relevantes Wissen rund um die Themen Unternehmensführung und Marketing. In der neu geschaffenen „Design Area“ gab es in diesem Jahr erstmals kreative Gestaltungsanregungen in Sachen Gastro-Design. Und in der „Tasting Area“ konnten Neuigkeiten aus der Welt der Getränke konzeptionell verkostet werden.

Plantagenkaffees in der Tasting Area:

Heiko Rehorik moderiert mit Vergnügen das Cupping der Plantagenkaffees

Heiko Rehorik moderierte mit Vergnügen das Cupping der Plantagenkaffees

Am Dienstag, 5. Mai, 13:30 Uhr standen „PLANTAGENKAFFEES“ mit Heiko Rehorik (Berlin School of Coffee)“ in der Tasting Area auf der Agenda.
Unter dem Motto „breaking the crust“ setzte Heiko Rehorik (auch Generalsekretär der Deutschen Röstergilde) ausgewählte Plantagen- bzw. Spezialitätenkaffees gekonnt in Szene.

In der Tasting Area wird Plantagenkaffee verkostet

In der Tasting Area wurde Plantagenkaffee verkostet

Vier unterschiedliche Spezialitätenkaffees (Brasilien, Ecuador, Äthiopien und Indien) wurden von ihm zunächst einzeln beschrieben und dann gemeinsam nach „Brechen der Kruste“ verkostet.
Vorab gab Rehorik ein kleines Intro über die Kaffeebohne (Aufbau der Kaffeebohne) im allgemeinen und über Spezialitätenkaffees (Kriterien zu Herkunft, Aufbereitung, Röstung, Geschmack) im besonderen.

Der Andrang auf das Thema ist groß. Der Saal voll, die Laune prima.

Der Andrang auf das Thema war groß. Viele Gäste nahmen an einer Kaffeeverkostung das erste Mal teil.

Bewertungsbogen für das Cupping:
Für das anschließende „Cupping“ (Verkosten) lag ein Bewertungsbogen bereit. Jede der vier Kaffeesorten sollte nach den Kriterien „Geruch, Säure, Aroma, Körper, Harmonie“ bewertet werden. 6 Punkte (1 = nicht akzeptabel und 6 = außergewöhnlich) waren für jedes Kriterium zu vergeben.

Da die Nase um die 4.000 Gerüche aufnimmt, unser Wissen in diesem Bereich aber erfahrungsgemäß begrenzt ist, waren die aufgeführten Bewertungsbeispiele und ein „Taste- und Aromafächer“ mit beispielhaften Assoziationen sehr hilfreich, um die eigenen Wahrnehmungen in Worte zu fassen.

Cupping und Bewertung von vier Kaffeesorten:
1. Brasilien. Fazenda Rahinha.

Die erste Kruste ist gebrochen. Es duftet köstlich.

Die erste Kruste war gebrochen. Es duftete köstlich.

Los ging es mit dem brasilianischen Plantagenkaffee der Facenda Rainha aus Sao Sebastiao da Grama (State of Sao Paulo). Bei der Arabica-Kaffeesorte handelte es sich um eine „halbgewaschene“, von Hand gepflückte, in 1.500 m Höhe wachsende Yellow Bourbon Varietät (gelb-farbene Kirsche).
Dann wurde die zubereitete Tasse des „Brasilianers“ gereicht. Zuerst rochen wir am Kaffee. Einen leichten Schokoladenduft nahm ich wahr. Mit einem großen Löffel brachen wir die Kaffeekruste und rochen an der Rückseite des Löffels. Dort sollte der Geruch am intensivsten sein. Und wirklich die Schokoladen-Töne wurden stärker. Erdige Töne kamen dazu. Dann schlürften wir vom Löffel und liessen das Getränk im Mund zirkulieren. Wenig Säure. Mild und süß mit einem mittleren Körper im Geschmack. Typisch für brasilianischen Kaffee. Ein angenehmes Grundgefühl im Mundraum. Der Gesamteindruck: harmonisch, aber da geht noch was. Meine Bewertungsnote lag bei 3 bis 4. Fast gut 😉

2. Ecuador. Fundochamba.

Ecuador Fundochamba. Eine Rarität. Eine Besonderheit. Mein Favorit.

Ecuador Fundochamba. Eine Rarität. Eine Besonderheit. Mein Favorit.

Fundochamba Loja liegt im zentralen Teil des Bezirks Quilanga im Südosten des Landes. Der Kaffee wächst in 1.900 m Höhe über dem Meeresspiegel. In einem Nassernteprozess werden die Kaffeebohnen entpulpt und anschließend sonnengetrocknet. Das Ergebnis: exzellente Qualitätskaffeebohnen. Nach dieser Einführung ging es ans Probieren. Die dampfende Tasse gab einen ganz anderen Duft wider, als der Vorgänger. Es roch nach Gewürzen, leicht blumig. Nachdem ich den Löffel durch die Kruste gebrochen hatte und ihn langsam durch das Getränk drehte, schnupperte ich wieder an der Rückseite des Löffels. Fruchtig-würzige Noten stiegen verstärkt auf. Schlürfen. Ich nahm einen leicht rauchigen, schokoladigen Geschmack mit einer leichten Kirschnote auf. Mittlere Säure, mittlerer Körper würde ich sagen. Ein tolles Genusserlebnis. Meine Gesamtbewertungsnote: 5 (sehr gut)!

3. Äthiopien. Yirgacheffe.

Äthiopien. Yirgacheffe. Die beste Qualität aus dem Ursprungsland des Arabica-Kaffees

Äthiopien. Yirgacheffe. Die beste Qualität aus dem Ursprungsland des Arabica-Kaffees

Von Südamerika ging es rüber nach Afrika. In das Ursprungsland des Arabica-Kaffees. Äthiopien. Vorgestellt wurde ein Yirgacheffe, der als beste Qualität Äthiopiens gilt. Bei diesem exzellenten Kaffee handelt es sich um einen gewaschenen Kaffee aus dem äthiopischen Hochland. Anbauhöhe: 2.000 m über dem Meeresspiegel. Boden: Karstgebirge. Varietät: Arabica Hybride. Qualität: Grad 1, Röstgrad: mittel.
Beim Cupping zeichnet er sich durch herbe Fruchtaromen (Bergamotte, wie Earl Grey Tee), einen vollen Körper und einen kräftigen Mokkageschmack aus. Wer es elegant-kräftig mag: ein perfekter Kaffeegenuss. Meine Bewertung: sehr gut (5).

4. Indien. Malabar Monsooned.

Ein sehr spezieller Spezialitätenkaffee: der India Monsooned Malabar

Ein "spezieller" Spezialitätenkaffee: der India Monsooned Malabar

Schlussendlich befanden wir uns in Asien. Genauer gesagt in Indien. Die Malabarküste befindet sich im Südosten des Landes. Was bedeutet Monsooned? Antwort: Früher dauerte der Transport per Segelschiff nach Europa mehrere Monate, wobei sich der Geschmack des Kaffees durch die Monsoonwinde und den Monsoonregen stark veränderte. Dies wird heute durch eine spezielle Aufbereitung erreicht, das sogenannte „Monsooning“. Angebaut wird die Arabica-Varietät, AA-Qualität auf mineralischem Lehmboden. Hell geröstet.
Nach dem Servieren der frisch aufgebrühten Tasse kommen mir leicht exotische Gewürztöne, aber auch eine leicht muffige Note entgegen. Typisch für diese Spezialität, sagt Rehorik. Im Geschmack erlebe ich einen weichen, sehr säurearmen, leicht erdigen Geschmack. Nichts für mich. Dieser Kaffee soll auch gut für Kaffeemischungen sein, erwähnt der Präsentator. Dem würde ich sofort zustimmen, denn im Sologeschmack ist er doch sehr speziell. Meine persönliche Bewertungsnote: nicht mein Geschmack.

»Ich habe fertig«. Eine kleine Cuppingreise durch drei Kontinente.

»Ich habe fertig«. Eine kleine feine Cuppingreise mit Plantagenkaffees durch drei Kontinente.

Mein Fazit: Es lohnt sich, in kleinen feinen handwerklich ausgerichteten Kaffeeröstereien vor Ort, auf die Suche nach guten Spezialitätenkaffees zu gehen. Sich beraten zu lassen. Mutig zu sein und auszuprobieren. Die Vielfalt und die Unterschiedlichkeit der verschiedenen Terroirs kennenzulernen. Man glaubt gar nicht, wie unterschiedlich Kaffee schmecken kann. Natürlich pur. Das Cupping mit Heiko Rehorik auf der barzone war auf jeden Fall einen Besuch wert! Gute Präsentation.
Und die Messe selbst mit ihrem exzellenten Begleitprogramm gab sicherlich vielen Fachbesuchern neue interessante Anregungen und Motivation für die praktische Arbeit. Hier kommt man gerne wieder.

© 2010 by Axel R. Bollmann

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Österreichische Coffeeshop Company von Schärf zeigt Präsenz

Burgenländischer Coffeeshop-Anbieter Schärf (ca. 200 Standorte in Österreich, ca. 70 in Deutschland) zeigte Präsenz auf der "Gast Wien"

In der österreichischen Metropole Wien fand vom 25. bis 28. April 2010 die „Gast Wien“ (Alles für den Gast 2010) statt. Die Fachmesse gilt für rund 12.000 Fachbesucher als Treffpunkt für die Gastronomie- und Hotelbranche Ost-Österreichs und der Nachbarländer. In der Halle B präsentierten rund 200 Aussteller, davon ca. 15 % aus dem benachbartem Ausland, aktuelle und neue Produkte und Dienstleistungen. Von A wie Abfallpresse bis Z wie Zahnstocher.

Meinl-Espresso zubereitet mit dem neuen Blend (8-10 Provenienzen)

Meinl-Espresso extrahiert mit dem neu kreiierten Blend »Julius Meinl 1862 PREMIUM« (8-10 Provenienzen), präsentiert in der roten Tasse des italienischen Designers Matteo Thun.

Ein besonderes Highlight zum Thema Kaffee war eine Sondershow unter dem Motto „Melange meets Cappuccino“. Hier wurde die besonders vielfältige Wiener Kaffeehauskultur (knapp 50 Kaffeespezialitäten) der international bekannteren italienischen gegenübergestellt. Baristas aus der Kaffeehausszene inszenierten mit feinen Zubereitungen den Kaffeegenuss dieser beiden Kulturen.

Anlässlich der italienischen Erfindung der Espressomaschine im Jahre 1900 wurde außerdem die Geschichte dieser Heißgetränkeautomaten am Beispiel von rund 30 historischen Espressemaschinen gezeigt (Fotos waren nicht erlaubt).
Auf der kleinen Ausstellung konnten zahlreiche wertvolle Modelle besichtigt werden, die heutzutage fast unauffindbar sind. Erste Maschinen mit dem „Säulenbetrieb“. Das erste „Hebelmodell“ ab 1948, welches die Zubereitungsart des Espresso faktisch auf den Kopf gestellt hat. Erst dadurch wurde die geschmackvolle „crema caffè“ entwickelt.
Die Modelle reichen bis Ende des zwanzigsten Jahrhunderts zurück, die von namhaften italienischen Designern entwickelt wurden, wie Gio Ponti,  Enzo Mari, di Gebrüder Castiglioni, Marco Zanuso, Bruno Munari und Pininfarina.
Alle gezeigten Maschinen wurden schlussendlich in einem reich bebilderten Buch zusammengefasst, die man nicht nur auf dieser Messe, sondern auf der danach folgenden Wanderausstellung „Collezione Enrico Maltoni“ durch Österreich käuflich erwerben kann.

Barista inszeniert Kaffeezubereitung anlässlich des 5. Kaffeehaustages

Barista inszenierte Kaffeezubereitung anlässlich des 5. Kaffeehaustages

Auch die „Wirtschaftskammer Wien“ mit der „Fachgruppe Wien“ (eine Art Berufsverband der Kaffeebranche) war auf der Messe präsent. Unter der Schirmherrschaft der „Fachgruppe Wien“ fand heuer der „5. Wiener Kaffeehaustag“ statt. Mitglieder der Wirtschaftskammer Wien informierten sich über die Leistungen und aktuellen Angebote und konnten sich persönlich beraten lassen.

Türkischer Röstmaschinen-hersteller Toper

Türkischer Röstmaschinen-hersteller Toper

Parallel zur „Gast Wien 2010“ fand die Tea & Coffee World Cup Europe 2010 statt. Erstmals parallel zur „Gast Wien“, aber bereits das dritte Mal in Wien (1994 und 1997), seit ihrer Gründung. Die Messe wird übrigens im Zweijahresrhytmus in Europa durchgeführt: bisher in Amsterdam, Rom, Hamburg, Genf und in Sevilla. Dazwischen werden Fachmessen in Asien abgehalten.
Veranstalter ist daher nicht etwa die Messe Wien, sondern die US-Fachmediengruppe Lockwood Trade Journals aus New York, USA. Dieses Event gilt nach eigenen Angaben als Europas größte und umfassendste Veranstaltung für die Kaffee- und Teebranche. Sie soll die gesamte Versorgungskette rund um den Kaffee- und Teegenuss – von der Ernte bis zur Tasse – zeigen. Mit praktischen Workshops zum Kaffeerösten, Kaffeegeschmackswettbewerben und Teeverkostungen.

Hamburger Kaffee-Importeur & Großhändler D&B

Hamburger Kaffee-Importeur & Großhändler D&B

Im Unterschied zur „Gast Wien“ richtete sich dieses Event, laut Frank B. Schütze (Exhibition Director des „Tea & Coffee World Cup“) an etwa 3.500 Produzenten, Importeure und Exporteure sowie Großhändler für Tee und Kaffeeprodukte aus aller Welt. Ziel war es aber, die beiden Fachmessen einander zu öffnen.
Rund 100 Aussteller mit einem deutlichen Schwerpunkt auf  Tee (Maschinen, Ausstattung, Produkte und Services) präsentierten sich in der Halle C.
Unerwartet dünn war die Kaffeebranche repräsentiert. Einige wenige wahrnehmbare „Kaffeeanbieter“ in der Halle C waren zum Beispiel der Röstmaschinenhersteller Toper aus der Türkei und der Kaffeeimporteur und Großhändler Dethlefsen & Balk aus Hamburg sowie ein paar Nebenprodukte wie Monin, ISI oder Torani.

Vortrag Decaf Coffee Trends & Technology, 26. April 2010

Vortrag Decaf Coffee Trends & Technology, 26. April 2010

Aus zeitlichen Gründen (1 Tag), aber erwartungsvoll, nahm ich am Nachmittag noch zwei der angekündigten Vorträge wahr. Erstens: „Decaf Kaffee – Trends & Technologien“. Hier sollten Trends zu entkoffeinierten Kaffee durch Vertreter von DEMUS Lab, Mountain Water Decaf, Coffee Chemistry und der European Decaffeinnators Association vorgetragen werden. Das Interesse an diesem englischsprachigen Vortrag war leider nicht sehr groß. 4 Zuhörer saßen 5 Podiumsmitgliedern gegenüber.
Und der Hauptstreitpunkt zwischen Podium und Publikum ging um das altbekannte

Wiener Melange entkoffeiniert

Wiener Melange entkoffeiniert

Thema: „Warum schmeckt entkoffeinierter Kaffee nicht?!“ Antwort: „Das liegt an den Röstern.“ Begründung: „Sie kaufen kaum hochwertigen Grünkaffee ein, sondern bestätigen lieber das landläufige Vorurteil: entkoffeinierter Kaffee schmeckt nun mal nicht so gut.“
Dazu stagniert das Geschäft in diesem Kaffeesegment seit Jahren bei ca. 10 % am Gesamtkaffeeabsatz in Europa. In den USA (15 %) liegt der Anteil etwas höher, vor allem an der Westküste (20 bis 25 %).
Technologisch ist man dagegen heute längst soweit, dass man sehr selektiv bei der Entkoffeinierung vorgehen kann, so dass die Aromen erhalten bleiben: man merkt keinen Unterschied im Geschmack mehr, sofern man ein gut behandeltes hochwertiges Ausgangsprodukt verwendet. Dazu bietet der Abnehmermarkt nach Ansicht des Podiums ein Potenzial, das noch nicht wirklich genutzt wird. Zum Beispiel würden ältere Menschen gerne auch am Abend eine gut schmeckende Tasse Kaffee – entkoffeiniert – genießen wollen. Aber das funktioniert eben nur mit einem qualitativ guten Produkt.
Gleich im Anschluss folgte ein englischsprachiger Report zum globalen Teemarkt. Die Resonanz war deutlich höher, was ja auch der Struktur dieses Events, aber auch der Thematik entsprach. Es heißt ja auch „Tea & Coffee“ und nicht „Coffee & Tea“.

Die »Gast Wien« ist interessant und wichtig für die regionale Gastronomie und Hotelerie

Die »Gast Wien« war interessant und wichtig für die regionale Gastronomie und Hotelerie

Mein Fazit: Die „Gast Wien“ ist für den regionalen Gastronomie- und Hotelerie-Markt wichtig und interessant, schon alleine, um sich auf dem Laufenden zu halten. Dennoch, neue Trends oder wirkliche Innovationen im Kaffeebereich habe ich nicht entdeckt.
Etwas enttäuschend war die „Tea & Coffee World Cup“, vor allem wenn man auf Kaffee eingestellt ist. Ein Wiener Cafétier eines renommierten Wiener Kaffeehauses im 6. Wiener Gemeindebezirk ging da deutlich weiter und kommentierte den Besuch mit „GANZ FÜRCHTERLICH“ und empfahl einem Kollegen: „Geh nicht hin!“. Soweit würde ich nicht gehen. Aber jetzt bin ich sehr gespannt auf die COTECA vom 4. bis 6. Juni 2010 in Hamburg.

© 2010 by Axel R. Bollmann

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