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Archive for the ‘Cupping’ Category

Rwanda, Huye District/Süd-Provinz, 16. Mai 2014. Unsere Fahrt führte quer durch den Berg-Regenwald auf der asphaltierten Fernstraße, die von Cyanguru an der Westgrenze Ruandas nach Butare im Süden Ruandas führt. Sie ist Teil der Fernstraße von Mombasa/Kenia (wichtigste Hafenstadt Ostafrikas, auch für den Kaffeehandel mit Ruanda) über Nairobi, Kampala (Hauptstadt Ugandas) und Kigali nach Bukavu/Cyangugu.

Vollbartmeerkatze am Straßenrand

Vollbartmeer-Katzen begegneten uns am Straßenrand

Vollbartmeerkatzen leben vorwiegend auf dem Boden, sind tagaktiv

Vollbartmeer-Katzen leben vorwiegend auf dem Boden, sind tagaktiv

Unser Ziel war die auf 1.750 m hoch gelegene KOAKAKA Cooperative in Karaba im District Huye, Southern Province.

KOAKAKA Cooperative in Karaba im District Huye

KOAKAKA Cooperative in Karaba im District Huye

Wie überall in Ruanda wird die Arabica-Sorte Bourbon Mayaguez (RED BOURBON) angebaut, und auf einer Höhe von 1.700 bis 2.000 m ü.d.M. nur per Hand selektiv (rote Kirschen) gepflückt.

Gerade angekommen und direkte Konzentration auf die neuen Informationen

Gerade angekommen und direkte Konzentration auf die neuen Informationen

KOAKAKAs Geschichte begann im Jahr 2002, als drei Farmer einen Zusammenschluss planten, der sie in der Süd-Provinz stärker machen sollte.
Zwei Jahre später entstand aus dem Zusammenschluss eine Genossenschaft (Cooperative), was bedeutet, dass die Mitglieder die Eigentümer des Gemeinschaftsunternehmens sind. Firmiert wird unter dem Namen KOAKAKA, oder auch Karaba Coffee Growers Cooperative. Seither ist KOAKAKA von 867 (davon 240 Frauen) auf rund 2.000 Mitglieder gewachsen.

KOAKAKA Cooperative in Karaba

KOAKAKA Cooperative in Karaba

Der General Manager gibt uns ein allgemeines Briefing zur zur Cooperative und zu Lieferanforderung der frisch gepflückten Kirschen

Der General Manager gab uns ein allgemeines Briefing zur Kooperative und zur Anlieferung von frisch gepflückten Kirschen

Der General Manager und später der „Chief Technician Quality Controller“ der Kooperative führten uns durch den Prozess der Nass-Aufbereitung. Hier hatten wir den Eindruck ein besonders sorfältiges Processing zu erleben. Wenn ein Farmer seine Ernte liefert, wird die Ware erst gewogen, dann die Qualität geprüft.

Wiegen

Wiegen

geprüfte Qualität

Geprüfte Qualität

Alle relevanten Daten werden erfasst

Alle relevanten Daten werden schriftlich erfasst

Alle grünen und überreifen Kirschen werden aussortiert. Und es wird wieder gewogen. Das Ergebnis wird schriftlich festgehalten.
Der Farmer und das Verwaltungsbüro erhalten eine Durchschrift mit allen relevanten Daten (individueller Code für die Einlieferung, der den gesamten Prozess begleitet, Namen des Farmers, Bankkontodetails, Sektor, District, Washing-Station, Summe die bezahlt wird, Preis pro Kilogramm, hier aktuell 270 F/1 kg Kirschen.  Anmerkung: Je nach Verkaufserfolg sollen die Farmer am Ende der Saison eine Prämie erhalten, die zwischen 55 und 100 Ruandische Francs pro kg liegen). Danach werden die Kirschen in einen Wasserbassin vorsortiert.

Entpulpungsmaschine

Entpulpungsmaschine

Die schweren, guten Kirschen wandern in den Entpulper. Blätter, Geröll und die Floaters, also die Kirschen, die oben schwimmen, werden ausselektiert. In der Entpulpungsmaschine können 3 Tonnen Kirschen in der Stunde verarbeitet werden. Sie werden in drei Qualitäten nach der Entpulpung getrennt. Eine Rüttelsiebmaschine trennt die Bohnen in drei Größen. Gleichzeitig wird nach Dichte selektiert. In A1-, A2- und A3-Qualität. Je schwerer desto besser die Qualität.

Kirschen marsch…

Kirschen marsch…

 

Das Entpulpen startet…

Das Entpulpen startet…

Die Rüttelsiebe sorgen für eine qualitative Vorselektion

Die Rüttelsiebe sorgen für eine qualitative Selektion

Die Qualitäten werden separiert. Hier die A1 Qualität

Die Qualitäten werden separiert. Hier die A1-Qualität

Jede Qualität wird separat fermentiert. In der ersten Stufe für 15 bis 18 Stunden ohne Wasser. Sonst würde die Pulpe, die teilweise noch an den Bohnen haftet, sich negativ auf das Aroma auswirken.

Jede Qualität wird separat fermentiert. In der ersten Stufe für 15 bis 18 Stunden ohne Wasser.

Jede Qualität wird separat fermentiert. In der ersten Stufe für 15 bis 18 Stunden ohne Wasser.

In der zweiten Fermentationsphase wird der Kaffee mit Quellwasser gereinigt

In der zweiten Fermentationsphase wird der Kaffee mit Quellwasser gereinigt

In der zweiten Fermentationsphase wird der Kaffee mit Quellwasser gereinigt und für 19 bis 24 Stunden nass fermentiert. Der Wasseraufwand für 3 Tonnen Kirschen beträgt ca. 3.700 Liter Wasser.

Und für 19 bis 24 Stunden nass fermentiert.

19 bis 24 Stunden nass fermentiert

Nass-Fermentation separiert nach Qualitäten

Nass-Fermentation separiert nach Qualitäten

Dann kommen die Parchments auf die Trockenbetten. Vorher werden sie auf Fehlbohnen händisch geprüft.

Hier werden Fehlbohnen selektiert. Jedes Lot hat seinen eigenen Code-Zettel

Jedes Lot hat seinen eigenen Code-Zettel

Mühevolle Handarbeit, die viel Konzentration erfordert

Mühevolle Handarbeit, die viel Konzentration erfordert

Bis zu 4 Wochen bleiben sie unter regelmäßigem Wenden draußen auf den Trockenbetten. Die schwarze Folie unten drunter schützt in der Nacht vor der Kälte. Bis sie eine exakte Restfeuchte von 12 Prozent erreicht haben. Im Lagerhaus werden die Parchments zwischengelagert.

Bis zu 4 Wochen bleiben die Parchments auf den Trockentischen und werden regelmäßig gewendet

Bis zu 4 Wochen bleiben die Parchments auf den Trockentischen und werden regelmäßig gewendet

Regelmäßige Messung der Restfeuchte; hier waren es noch 15 %

Regelmäßige Messung einer 165-g-Probe auf ihre Restfeuchte; hier waren es noch 15 Prozent

Muster werden von jedem Lot gezogen und bei Rwascoscco (Exportpartner) in Kigali geröstet sowie auf ihr Cup-Profil hin verkostet und bewertet. Erst dann werden die Lots, die zusammen passen, gemischt und für den Export in eine Dry Mill transportiert. Rohkaffee-Samples werden an den Export-Partner versendet.

Vorbereitete samples für die Definition des Cup-Profils

Vorbereitete Samples für die Definition des Cup-Profils

Selbstredend hat diese Kooperative vorderste Plätze beim nationalen Cup of Excellence gewonnen und ihren letzten Lot zum Beispiel für 19 US$/lb versteigern können.

Regelmäßige Cup-of-Excellence-Sieger

Regelmäßige Cup-of-Excellence-Sieger

Der Ablauf des sehr präzisen detailierten Prozesses hatte mich überzeugt. Nach der Führung war ich sehr gespannt, wie ein Kaffee von dieser Washing-Station tatsächlich schmeckt.

Überzeugende Präsentation. Kompliment

Überzeugende Präsentation. Kompliment

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Rwanda, Kigali, am nächsten Tag, 17. Mai 2014 hatten wir bei Rwashascco und KZNoir die Gelegenheit an einem phantastischen Cupping ausgewählter Kaffees teilzunehmen.

Cupping bei KZNoir

Cupping bei KZNoir

Cupping-Vorbereitung

Cupping-Vorbereitung

Zu meiner Freude schmeckte in der Blindverkostung der Koakaka-Kaffee aus den Huye Mountains am besten (Orangen- und Citrusnoten, schöne Fruchtsüße, balanced, clean, samtig, fruchtiger Nachgeschmack) und auch bei der professionellen Cup-Tasterin und Qualitäts-Controllerin Laeticia Mukandahiro punktete der Kaffee am besten.

Cup-Tasterin und Qualitäts-Controllerin Laeticia Mukandahiro

Cup-Tasterin und Qualitäts-Controllerin Laeticia Mukandahiro

Laeticia Mukandahiro

Laeticia Mukandahiro

Die große Mühe lohnt sich also, dachte ich bei mir.

Mit verblüffenden, unglaublich schönen (Kaffee-)Eindrücken machten wir uns am Nachmittag auf den Weg zum Flughafen. Überhaupt erstaunten mich die Menschen, wie warmherzig, fürsorglich und gastfreundlich sie hier in diesem wunderschönen Land sind.

Ich kann nur jedem empfehlen, dieses Land einmal zu besuchen. Egal wo oder wann ich irgendwo war, ich fühlte mich stets sicher.

Meinen Dank möchte ich an Nicole Pilz von der BSOC für ihre exzellente Organisation richten. An alle Ruander für ihre warmherzige Gastfreundschaft.
Und besonders möchte ich mich bei SAM, Roger und Jacques bedanken, die mir nicht nur mein Herz für Ruanda öffneten, sondern in denen ich wunderbare Freunde fand, die ich nie missen möchte.

Samuel Muhirwa (li.)

Samuel Muhirwa (li.)

Jaques Nshimyumukiza

Jacques Nshimyumukiza

Roger Niyonshuti

Roger Niyonshuti (re.)

Von Kigali ging es am Abend mit Zwischenlandung in Entebbe/Uganda zurück nach Brüssel, wo wir um kurz vor 06:00 Uhr am Sonntagfrüh, 18. Mai 2014 landeten. Nach 3 Stunden Aufenthalt und den Eindrücken des plötzlich wahrgenommenen „Überflusses“ startete bei Sonnenschein mein Flugzeug nach Berlin-Tegel.
Pünktlich um 11:40 Uhr landete ich in der regnerischen Heimat.
Freunde holten mich am Flughafen ab. Es ist auch schön wieder daheim zu sein.

Murakoze. Murabeho Rwanda. Danke und Auf Wiedersehen Ruanda. Land der tausend Hügel.

Murakoze Rwanda. Murabeho Rwanda

Murakoze Rwanda. Murabeho Rwanda

Alle Rechte an Fotos und Texten liegen bei ©kaffeewacht : Axel R. Bollmann.

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Rwanda, Kibuye City/West Provinz, 14. Mai 2014. Hotel Bethanie. Frühstück direkt am Lake Kivu.

Frühstück im Hotel Bathanie direkt am Kiwu-See mit Blick auf eine Fledermaus-Insel

Frühstück im Hotel Bathanie direkt am Kivu-See in Kibuye. Mit Blick auf eine Fledermaus-Insel (Mitte)

Heute ging es zum „Kaffeekirschen pflücken“ zur Washing-Station Karengera im Nyamasheke District in der West Provinz. Samuel Muhirwa (SAM), Operational Manger von KZNoir Ltd. begleitete uns auf dieser Reise.

Nicole P. von der BSOC (Trip Managerin) und Samuel Muhirwa (re.)

Nicole Pilz von der BSOC (Coffee Trek Managerin) und Samuel Muhirwa (re.)

Einige Stunden Fahrt lagen vor uns. Immer entlang des Kivu-Sees im Süd-Westen Ruandas.

”Land der Tausend Hügel" kann ich sprichwörtlich bestätigen

”Land der Tausend Hügel“ kann ich sprichwörtlich bestätigen

Nach Karengera geht es immer entlang des Kiwu-Sees

Nach Karengera geht es immer entlang des Kivu-Sees

Atemberaubender Blick auf den Kiwu-See

Atemberaubender Blick auf den Kivu-See

Dann hieß es auf einer Höhe von 1.800 m ü.d.M.: „Nur die reifen roten Kirschen. Keine grünen, keine überreifen. Und nicht die Stengel mit abreißen“ So wurden wir in unseren Pflückdienst auf der Kaffeeplantage eingewiesen. Wir begriffen schnell, wie anstrengend es ist, in den Hängen einer Plantage präzise und ausdauernd zu ernten. Hohen Respekt allen Pflückern!

Kaffeekirschen pflücken mit SAM

Kaffeekirschen pflücken mit SAM

 

Jeder sucht sich einen Platz zum pflücken

Jeder sucht sich einen Platz zum pflücken

Halt finden, Kirschen sichten, nur die Roten pflücken

Halt finden, Kirschen sichten, nur die Roten pflücken

Auf der Kirsch-Pirsch. Nur die besten zählen

Auf der Kirsch-Pirsch. Nur die besten zählen

Zwischenergebnis

Zwischenergebnis

Stolz und glücklich auf dem Weg zur Washing Station

Stolz und glücklich auf dem Weg zur Washing-Station

Neugierige Beobachter

Neugierige Beobachter

Die gleichnamige Kooperative Karengera (2 Washing-Stations) ist übrigens ein Pionier im ruandischen Kaffeesektor. Sie erlangten als erste die „Rain Forest Alliance“ Zertifizierung.
Auch hier wurde uns genau der Prozess der Nass-Aufbereitung (nur tagesaktuelle Ernte, Wiegen, Selektieren, wieder Wiegen, Entpulpen, Fermentation, Säuberung, Selektion von Fehlbohnen, Sonnen-Trocknung auf den Tischen) genau erläutert. Wir sind wieder beeindruckt.

Info-Tafel für die Farmer/Pflücker am Eingang, dass zum Beispiel nur die tagesaktuelle Ernte geliefert werden darf uvm.

Info-Tafel für die Farmer/Pflücker am Eingang, dass zum Beispiel nur die tagesaktuelle Ernte geliefert werden darf uvm.

Die Entpulpungsmaschine, das maschinelle Herzstück jeder Washing Station

Die Entpulpungsmaschine, das maschinelle Herzstück jeder Washing-Station

250 bis 300 Säcke à 60 kg Parchments werden hier in der Hochsaison hergestellt

250 bis 300 Säcke à 60 kg Parchments werden hier in der Hochsaison hergestellt

Wichtiger Arbeitsgang bevor die Parchments auf die Trockenbestten kommen: Fehlbohnen selektieren

Wichtiger Arbeitsgang, bevor die Parchments auf die Trockenbetten kommen: Fehlbohnen selektieren

fehlerhafte Bohnen werden aussortiert

Fehlerhafte Bohnen werden aussortiert

2.800 Farmer liefern hier in der Hochsaison 1.000 t Kirschen an. 2 Tonnen täglich. Daraus werden 250 bis 300 Säcke à 60 kg Parchments hergestellt. Von jedem Lot wird 1 kg als Muster genommen und zu KZNoir nach Kigali geschickt. Jedes Muster wird im Labor geröstet und von den geschulten Cup Tastern verkostet. Erst dann wird entschieden, welche Lots zusammen passen und gemischt werden können.

Müde und hungrig werden wir zu einem köstlichen Lunch in das Privathaus von Samuel Muhirwa Familie, beziehungsweise der Mutter eines Cousins von Sam, eingeladen, die ganz in der Nähe der Plantage leben. Sehr herzlich und freundlich wurden wir aufgenommen. Es gab „Brochettes“ (Fleischspieße), „Sambasa“ (kleine frittierte Fische), gegrillte Bananen, gekochte Maiskolben und frische, saftige Ananas, so aromatisch, wie ich sie noch nie zuvor gegessen hatte.

Eingeladen bei Freunden

Eingeladen bei Freunden

Wir fühlen uns wie die Könige. Köstliche Speisen.

Wir fühlen uns wie die Könige. Köstliche Speisen.

Ein herzliches Danke Schön. Abschied nehmen von Freunden

Ein herzliches Danke Schön. Abschied nehmen von Freunden

Ich hatte mich endgültig in dieses Land und vor allem in dessen wundervollen Menschen verliebt.

friends forever

friends forever

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Rwanda, Nyungwe Nebelwald/im Süd-Westen, 15. Mai 2014. Am nächsten Tag machten wir eine „Kaffeepause“.

Übernachtungs-Bungalows im “Peace Guest House”

Übernachtungs-Bungalows im “Peace Guest House”

Von unserem Hotel „Peace Guest House“, in der Nähe des Hafens Cyangugu direkt am Kiwusee fuhren wir zu dem immergrünen Berg-Regenwald im Südwesten Ruandas. Er gilt als der größte zusammenhängende Bergwald in Ost- und Zentralafrika. Wir nahmen an einer zweistündigen geführten Wandertour durch den Nyungwe-Wald teil. Ausgangspunkt war die Station in Uwinka.

Ausgangspunkt war die Station in Uwinka

Ausgangspunkt war die Station in Uwinka

geführte Wandertour durch den Nyungwe-Wald

geführte Wandertour durch den Nyungwe-Wald

Blick über die Baumkronen des Berg-Regenwaldes

Blick über die Baumkronen des Berg-Regenwaldes

Zauberhafte Blütenwelt im Regenwald

Zarte Blütenwelt im Regenwald

Hinweis auf Bäume und Pflanzen mit Heilkraft zum Überleben im Nebelwald

Hinweis auf Bäume und Pflanzen mit Heilkraft zum Überleben im Nebelwald

Keine Schlange. Ein Wurm

Keine Schlange. Ein Wurm

Beeindruckende Pflanzwenwelt

Beeindruckende Pflanzwenwelt

Unsere Tour führte zu einem Baumkronenpfad im Park, dem „Canopy walkway“. Bei der Überquerung der dreiteiligen Hänge-Brücke hatten wir einem atemberaubenden Blick über die Baumkronen und hinunter in die Tiefe des Waldes. Nur die Schimpansen und andere Primaten machten sich rar.

dreiteiliger Canopy Walkway über die Baumkronen

Dreiteiliger Canopy Walkway über die Baumkronen

Ein letzter Blick. Atemberaubend schön.

Ein letzter Blick. Atemberaubend schön.

Beeindruckt von der Pflanzenvielfalt fuhren wir anschließend in Richtung unseres nächsten Hotels. Ein phantastisches Highlight. Eine wunderschöne Lodge inmitten einer Teeplantage. Die „Nyungwe Forest Lodge“.

Ankunft “Nyungwe Forest Lodge”

Ankunft “Nyungwe Forest Lodge”

Schwimmbad mit Blick in den Regenwald

Schwimmbad mit Blick in den Regenwald

Begrüßt wurden wir mit einem fruchtigen Cocktail und einem Melonenspieß. Die Pässe übergaben wir im Kaminzimmer und wurden direkt zu einem köstlichen Lunch gebeten. Unsere Koffer wurden währenddessen auf unsere luxuriösen Bungalows gebracht. Jeder Teilnehmer bekam seine eigene kleine Luxusvilla mit allen erdenklichen Schikanen und Annehmlichkeiten.

Dort unten lagen unsere Luxussuiten. Was für ein Erlenbis, das wir nie erwartet hätten

Dort unten lagen unsere Luxussuiten. Was für ein Erlenbis, das wir nie erwartet hätten

Hier wären wir alle noch ein paar Tage länger geblieben. Am Abend protokollierten wir gemeinsam die bisherigen Besuche auf den Washing-Stations. Und verkosteten einen frisch zubereiteten Spezialitätenkaffee in der AeroPress mit „integriertem Press-Service“ durch Nicole.

Feiner Spezialitätenkaffee, exklusiv zubereitet in der AeroPress

Feiner Spezialitätenkaffee, exklusiv zubereitet in der AeroPress

Eine letzte besondere Station auf unserem Rwanda Coffee Trek erwartete uns am nächsten Tag. Fortsetzung folgt… letzter Teil 5

Alle Rechte an Fotos und Texten liegen bei ©kaffeewacht : Axel R. Bollmann.

 

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Kigali, 12 Mai 2014. Unsere erste Station auf unserem coffee trek war NAEB.

NAEB National Agricultural Export Development Board

NAEB National Agricultural Export Development Board

Das National Agricultural Export Development Board. Wir besuchten die Divison Coffee. Begrüßt wurden wir von Dr. Gatarayiha Mutimura Celestin. Er ist Head of Coffee Division und gab uns einen Überblick über den Kaffeemarkt in Ruanda.

Auf 43.000 Hektar (430 qkm) werden 20.000 t Rohkaffee produziert. Das entspricht einem Anteil von ca. 0,2 Prozent am Weltmarkt. Ruanda, etwa so groß wie Brandenburg, hat sich bedingt durch seine Größe auf den Spezialitätenkaffee-Markt fokussiert. Es ist aber wohl vor allem dem sogenannten PEARL-Projekt zu verdanken, dass sich eine qualitativ hochwertige und privat organisierte Spezialitätenkaffee-Industrie in Ruanda entwickeln konnte. PEARL ist eine kooperative Zusammenarbeit der  Texas A&M, der U.S. Agency for International Development und Rwanda’s Ministry of Education.

Seit 2000 bildet PEARL junge ruandische Studenten im Bereich Agrarwissenschaften, Cupping und Qualitätsmanagement aus. Die meisten Menschen mit Erfahrung in diesem Bereich waren durch den Genozid 1994 geflohen oder umgekommen. PEARL baute auch neue „Washing-Stations“. Diese gibt es in Ruanda erst seit 2002 und sind ein wesentlicher Bestandteil der eingeschlagenen Qualitäts-Strategie. Im Vergleich zu 1990 verkauft man aktuell deutlich weniger Kaffee, dafür aber einen qualitativ hochwertigen, höherpreisigen Kaffee als vor dem Genozid. PEARL unterstützte auch die Gründung von Kooperativen, die der Schlüssel zur Neuasurichtung waren. Denn Kooperativen geben den Kaffee-Farmern mehr Kontrolle über ihren ökonomischen Erfolg und über die qualitative Weiterentwicklung des Kaffeeanbaus.

Die Preisentwicklung von Kirschen und Parchments für die Farmer zeigt nach oben (Stand: 2011)

Die Preisentwicklung von Kirschen und Parchments für die Farmer zeigt nach oben (Stand: 2011)

Die rund 400.000 Farmer bauen ausschließlich die Arabica Sorte Bourbon Mayaguez, allgemein RED BOURBON genannt (eine Bourbon Unter-Varietät) an. Die Arabica-Varietät Bourbon stammte ursprünglich aus dem Jemen und wurde von den Franzosen auf der Insel Bourbon (heute Réunion) angebaut. Deutsche Missionare haben der Legende nach diese Bourbon-Untersorte 1903 nach Ruanda gebracht.

Neue Varietäten sind in der Erprobung. Nach Angaben von Dr. Celestin handelt es sich um „BM 71“ und „BM 72“. Es sollen Unter-Varietäten der Bourbon sein. Dazu die Population „POP 139“. Ein Hybrid oder eine Varietät aus Portugal (tiefergehende Recherche erforderlich).

Der beste Kaffee soll aus der West-Provinz Ruandas kommen

Der beste Kaffee soll aus der West-Provinz Ruandas kommen

Die besten Anbaugebiete für ruandischen Spezialitätenkaffee sollen in der West-Provinz liegen, 1.600 m bis 2.000 m ü.d.M., entlang des Kivu-Sees. 50 % des gesamten Kaffeeanbaus befinden sich im Westen. Bedingt durch den begrenzten Platz soll der Anbau von neuen Kaffeesträuchern – Aufzucht in Baumschulen – staatlich koordiniert und kontrolliert sein.

Landesweit gibt es nach Angaben von NAEB rund 225 sogenannte „Washing-Stations“ (Nassaufbereitungsanlagen). Hier wird der Kaffee von den Farmen angeliefert, geprüft, entpulpt, gewaschen, fermentiert, wieder gewaschen, auf Fehler untersucht und anschließend auf sogenannten „Betten“ bis zu 4 Wochen sonnengetrocknet.
75 Prozent des Kaffees ist „fully-washed“ und 25 % ist semi-washed. Letzterer ist der sogenannte „ordinary coffee“ der in die Schweiz exportiert und in kleinen Mengen auf dem lokalen Markt verkauft wird.

Zu Besuch bei Dr. Celestin, Head of Coffee Division (2. v.l.)

Zu Besuch bei Dr. Celestin, Head of Coffee Division (2. v.l.)

Die hochwertigen fully-washed Spezialitätenkaffees werden nach Japan, USA, Süd-Korea und in einige Länder Europas (u.a. UK, Skandinavien, Deutschland) exportiert.

Ruanda soll das erste Land in Afrika gewesen sein, das einen nationalen Cup of Excellence Wettbewerb vor fünf Jahren ausrichtete. Und seitdem regelmäßig veranstaltet. Hier werden die besten Spezialitätenkaffees von einer internationalen Jury in mehreren Stufen verkostet, bewertet und dann online weltweit versteigert.
Jede CoE-ausgezeichnete „Washing-Station“ kann nach meinen Recherchen nur einen Lot (25 bags à 60 kg) versteigern lassen. Für dieses Lot erzielt man Erlöse, die um ein vielfaches höher liegen als für die sehr gut bewerteten Spezialitätenkaffees (aktuell 3 bis 4 US$/lb) in Ruanda sonst bezahlt werden. Hauptsächlich dient der Cup of Excellence der Motivation, die eigene Kaffee-Qualität und damit auch die Verkaufspreise zu steigern und seinen Ruf als Kaffeeanbauer noch zu verbessern.

Qualitätskontrolle bei NAEB

Qualitätskontrolle bei NAEB

Mit diesem Hintergrundwissen wurden wir zu einem Cupping eingeladen. Ing. Eric Ruganintwali, Director of Quality Control, Inspection and Standards Compliance unit begleitete uns zur Verkostung von fünf Spezialitätenkaffees ins NAEB Labor.
Eric Ruganintwali informierte uns hier, dass Ruanda in den nächsten zwei bis drei Jahren in Spezialitätenkaffee-Regionen (Appelation-Project) strukturiert werden soll. Nach Klima (Regen, Temperaturen, Luftfeuchtigkeit), Böden und Anbauhöhe soll der Kaffee im Cup-Profil dann klar abgrenzbar sein. Aktuell fehlen wohl noch die finanziellen Mittel sowie ein Experte, der das Projekt federführend planen und umsetzen kann.

NAEB Cupping-Lab zur Qualitätskontrolle

NAEB Cupping-Lab zur Qualitätskontrolle

Zunächst zeigten uns die Laborantinnen das Procedere eines Cuppings, das der Qualitätskontrolle dient. Ein fruchtiger „Rusizi“ mit einer schönen Süße, intensiv und ein sehr interessanter „Nyamasheke“, der schokoladig-nussige Noten hat, an gelbe Früchte (Stachelbeere) erinnert und vollmundig im Geschmack ist, stachen für mich heraus.

NAEB-Lab: Cupping Ergebnisse werden schriftlich festgehalten

NAEB-Lab: Cupping Ergebnisse werden schriftlich festgehalten

Zum Abschluss unseres Besuchs warfen wir einen Blick in das Lagerhaus, wo gerade ein LKW mit frischen „Parchments“ (Rohkaffee mit dem noch schützenden Silberhäutchen) angeliefert wurde. Dann ging es mit unseren Jeeps nach Musasa in die Nord-Provinz.

Kigali - auf dem Weg in Richtung Nord Provinz

Kigali – auf dem Weg in Richtung Nord Provinz

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Musasa/Ruli (North Province), 12. Mai 2014. Bevor es in Richtung Lake Kivu (West Province) ging, besuchten wir die „washing station“ Musasa im Ruli District/North Province.

Kigali lag hinter uns. Und nach einigen Kilometern verließen wir vorerst auch die asphaltierte Straße.

Entlang des Nyabarongo Flusses in Richtung Musasa in der Nord Provinz

Entlang des Nyabarongo Flusses in Richtung Musasa in der Nord Provinz

Entlang des Nyabarongo Flusses fuhren wir auf holprigen Wegen durch kleine Dörfer mit kargen Lehmhäusern, vielen Menschen, die neugierig zurückblickten, vorbei an Bananen-Plantagen, Maniok-Feldern (Maniokmehl zur Brotherstellung), Süßkartoffeln, Mais, Bohnen, Eukalyptus-Bäumen, wilden Kaffeebäumen, saftigen, grünen Landschaften.

Immer wieder winkende Kinder, die »Umuzungu, Umuzungu« riefen

Immer wieder winkende Kinder, die »Umuzungu, Umuzungu« riefen

Und kleine Kinder riefen freudig und winkend „Umuzungu, Umuzungu„, was übersetzt „Weiße“ bedeutet. Nach einer mehrstündigen Fahrt kamen wir auf der ca. 1.800 m ü.d.M. hoch gelegenen Washing-Station Musasa an.

Angekommen. Musasa. Unsere erste Washing Station in Ruanda

Angekommen. Musasa. Unsere erste Washing-Station in Ruanda

Musasa gehört zur Cooperative Dukunde kawa, was übersetzt so viel heißt wie „Let’s love coffee“. Über 2.100 Mitglieder gehören der Kooperative Dukunde kawa an und bringen ihre Kaffee-Ernte hierher, um sie weiter zu verarbeiten.

General Manager Isaac (li.) im Gespräch mit Jaques (re.), der uns jede Frage übersetzt

General Manager Isaac (li.) im Gespräch mit Jacques (re.), der uns jede Frage übersetzt

Isaac, der General Manager, zeigte uns, wo der Kaffee der Farmer angeliefert und sortiert wird (u.a. keine grüne Kirschen, keine überreifen Kirschen) bevor er gewogen und eingestuft wird.

Nur die roten Kirschen kommen in die Aufbereitung

Nur die roten Kirschen kommen in die Aufbereitung

Jedes gelieferte Kaffeelot bekommt einen Code bevor er in die Nassaufbereitung geht. Die Kaffeekirschen, die an jedem Tag geliefert werden, bekommen eine Markierung, zum Beispiel: 12. Mai  =1205. Diese Markierung begleitet den Kaffee durch den kompletten Prozess, so dass der Kaffee, bei Bedarf, bis zum Farmer zurückverfolgt werden kann.

Der Code-Zettel, der den gesamten Prozess begleitet

Der Code-Zettel, der den gesamten Prozess begleitet

Auf der Musasa Washing-Station sind knapp 230 Mitarbeiter in der Hochsaison beschäftigt, davon 94 % Frauen. Jeder Trocknungstisch hat zum Beispiel eine einzelne Person in der Verantwortung, die den Kaffee wendet, wenn es erforderlich ist. Und dafür sorgt, dass der Tisch frei ist für den nächsten Lot. Der Kaffee bleibt bis zu 21 Tage auf den Trocknungstischen, je nach Wetterlage.

Für jedes Lot ist eine Person verantwortlich, die Parchments regelmäßig zu wenden.

Für jedes Lot ist eine Person verantwortlich, die Parchments regelmäßig zu wenden.

Nach der Trocknung werden die Parchments in Säcke verpackt und im Lagerhaus zwischengelagert bis sie nach Kigali in die Dry Mill transportiert werden. Immer mit dem Code am Einlieferungstag versehen. Aktuell wird auf dem Areal eine Dry Mill gebaut, um den kompletten Wertschöpfung-Prozess zu kontrollieren. Noch in dieser Saison soll sie in Betrieb gehen.

Musasa. Eindrucksvolle Washing Station mit hervorragenden Kaffees

Musasa. Eindrucksvolle Washing-Station mit hervorragenden Kaffees

Der Farmer erhält eine Quittung für den Kaffee, den er bei der Buchhaltung-/ Rechnungsstelle der Washing-Station einreicht. Sie umfasst den Namen des Farmers, alle relevanten Daten wie Bankkonto-Details, Sektor, Distrikt, Washing Station, Summe die bezahlt wird, Preis pro Kilogramm (hier aktuell 250 F/1 kg Kirschen), und sie wird dann vom Farmer gegengezeichnet.

Die Kooperative bietet seinen Mitgliedern auch einen Sparplansystem an, ihr Geld erst dann einzuziehen, wenn sie es benötigen. Oder sie können einen Vorschuss auf ihre zu erwartende Ernte bekommen.

Der aktuelle Verkaufpreis für den Export (fob – free on board) liegt bei 3 USD/lb (amerikanisches Pfund = 465 g)

Isaac präsentiert uns die Cup of Excellence Auszeichnungen der letzten Jahre

Isaac präsentiert uns die Cup of Excellence Auszeichnungen der letzten Jahre

Dass die Kooperative Dukunde kawa exzellente Kaffees hat, stellt sie mit der erfolgreichen Teilnahme an den jährlich stattfindenden nationalen Cup of Excellence Wettbewerben immer wieder auf Neue unter Beweis. Im Besprechungsraum präsentierte uns ISAAC die CoE-Auszeichnungen.

Auf insgesamt 336 Hektar Land befinden sich 840.000 Kaffeebäume. Jeder Farmer besitzt hier durchschnittlich 200 bis zu 600 Kaffeebäume. Jährlich werden 1.400 t Kirschen geernetet. Davon werden durchschnittlich 2.400 Sack à 60 kg Rohkaffee verarbeitet. Und in die USA, nach Japan, Süd-Korea oder auch nach Europa exportiert.

Auf der Trainingsfarm von Musasa

Auf der Trainingsfarm von Musasa

In der Nähe der Washing-Station wurde eine kleine Trainingsfarm angelegt. Es ermöglicht den Farmern sich dort zu treffen und Erfahrungen über den Kaffeeanbau auszutauschen und zu lernen wie und warum man seine eigene Kenntnisse verbessern kann.

Neben Musasa/Ruli gibt es zwei weitere Washing-Stations, MBilima und NKARA, die zu der Kooperative Dukunde kawa gehören.

Insgesamt hat uns das Musasa-Engagement sehr beeindruckt, wie sie den Farmern helfen, ihre Ergebnisse zu verbessern sowie besten Kaffee zu produzieren.
Sie versteht, wie wichtig die Aus- und Weiterbildung in einer genossenschaftlichen  Gemeinschaft ist, vor allem da die Farmer oft keinen einfachen Zugang zu solchen Themen haben.

Beeindruckt machen wir uns auf dem Weg nach Rubavu an an Kiwu-See

Beeindruckt machen wir uns auf dem Weg nach Rubavu an an Kiwu-See

Weiter ging die Fahrt in Richtung Nord-Westen, zum Lake Kivu. Übernachtung im sehr ansprechenden Gorilla Hotel in Rubavu mit einem kleinen paradiesisch anmutendem Garten direkt am Kivu-See.

Übernachtung im Hotel Gorilla in Rubavu

Übernachtung im Hotel Gorilla in Rubavu


Fortsetzung folgt…

 

Alle Rechte an Fotos und Texten liegen bei ©kaffeewacht : Axel R. Bollmann.

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Ruanda. Ost-Afrika. „Völkermord 1994 und Gorillas. Darauf wird Ruanda oft reduziert“, so wurde die ruandische Botschafterin in Deutschland Christine Nkulikiyinka in einem Artikel von „Der Tagesspiegel“ am 6. April 2014 sinngemäß zitiert. Am 6. April 1994 – genau vor 20 Jahren – startete ein beispielloses Morden der „Hutus“ an den „Tutsis“. Mehr als 1 Million Menschen starben innerhalb von 100 Tagen. Die Welt sah hilflos zu. Die meisten Menschen in der westlichen Welt kannten nicht einmal den Namen des Landes.

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„20 Jahre nach dem Völkermord erfindet sich das Land neu, vor allem die Jugend hat keine Lust mehr auf Trauer. Aber lässt sich die Vergangenheit so leicht abschütteln?“ schrieb die TAZ am 6. April 2014 auf ihrer Titelseite. Eine interessante Frage, die die TAZ, sehr ausführlich und lesenswert, versuchte zu beantworten. Zum Schluss hieß es: „Von den aufgehetzten Jugendbanden, die 1994 mit Macheten durch das Land zogen, sind wir Lichtjahre entfernt.“

Es ist also an der Zeit das Ruanda-Bild zu erweitern. Zum Beispiel um herausragende Spezialitätenkaffees und die Menschen, die dahinter stehen.

Einige tolle Filter-Roast- und Espresso-Roast-Spezialitätenkaffees aus Ruanda hatte ich schon verkostet.
In 2012 „Musasa Ruli“ von Square Mile Coffee Roasters, London, „Rubavu“ von koppi aus Schweden oder den fantastischen Cup of Excellence 2012 „Ubunitegeka“ von backyard coffee in Frankfurt/Main. In 2013 einen „Huye Mountain“ von The Barn.
Ganz aktuell einen „Karengera“ von der Berliner Kaffeerösterei sowie den schokoladig-fruchtig, intensiven „Mahembe“ ebenfalls von The Barn aus Berlin.

Mahembe aus der rundischen West Provinz. Phantastisch.

Mahembe aus der rundischen West Provinz. Phantastisch.

Gut. Aber wer steht hinter dem Kaffeeanbau? Wo wird angebaut? Warum wird nur eine Varietät angebaut? Wie sieht das Processing/die Aufbereitung aus? Und viele Fragen mehr.

Wie heißt es so schön: „Wer eine Reise tut, der hat etwas zu erzählen“. Die BSOC Berlin School of Coffee lud zu einem Coffee Trek nach Ruanda im Mai 2014 ein. Eine wunderbare Gelegenheit das Herkunftsland kennenzulernen. Angemeldet. Flug gebucht. Gelbfieber-Impfung im Tropeninstitut durchgeführt. Malarone-Tabletten zur Malaria-Prophylaxe verschrieben bekommen.

Berlin. Samstag, 10. Mai 2014 ging es los. 04:30 Uhr Fahrt zum Flughafen Berlin-Tegel. 05:30 Uhr eingecheckt. Abflug 6:55 mit brussels airlines. Pünktliche Landung um 08:00 Uhr in Brüssel. Weiterflug um 10:25 Uhr. 8 Stunden später landeten wir in Kigali.

Kigali, Hauptstadt Ruandas

Kigali, Hauptstadt Ruandas

Es war 18:40 Uhr, genauso spät wie in Deutschland. Am Flughafen traf ich zwei weitere Teilnehmer. Andrea aus Berlin und Tristan aus Leinefelde in Thüringen.

Abgeholt wurden wir von Roger. In seinem Toyota Land Cruiser brachte er uns zu unserem Hotel (Urban Boutique) in Kigali. Roger ist selbständig. Er betreibt einen Travel Service und begleitete uns auf der gesamten Reise. Es war ein großes Vergnügen, mit ihm zu reisen. Er kennt sich aus, ist sehr freundlich, kompetent und engagiert. Wir fühlten uns die gesamte Reise über sehr sicher mit ihm am Steuer. Ein exzellenter Fahrer.

Nette BSOC Begrüßung im Blue City Urban Hotel in Kigali

Nette BSOC Begrüßung im Blue City Urban Hotel in Kigali

Im Restaurant auf der Hotelterrasse trafen wir die anderen Teilnehmer: Stefan und Christiane aus München, Rainer aus Frankfurt/Oder und natürlich Nicole von der BSOC. Sie hatte die gesamte Reise geplant und das Land schon ein Jahr zuvor bereist. Bei einem köstlichen Abendessen (Coffee Steak mit Gemüse und Salat) erzählte uns Nicole, was wir alles vorhaben, wo sie improvisieren musste, weil etwas nicht geklappt hatte und was uns am nächsten Tag (Sonntag) erwartet. Erschöpft, aber voller Neugierde fielen wir in unsere Betten.

Kigali, Sonntag, 11. Mai 2014. Geweckt von einer Mücke (insgesamt sah ich drei Mücken auf der gesamten Reise) eilte ich aufgeregt ins Bad, um mich mit dem Moskito-Spray einzusprühen und meine nächste Malarone Tablette einzunehmen.

Aromatisches, erstes Frühstück in Kigali

Aromatisches, erstes Frühstück in Kigali

Nach einem köstlichen Frühstück mit sehr aromatischen Früchten, Rührei mit Toast und einem fruchtig, intensiven Kaffee mit einer feinen Süße machte ich einen ersten Spaziergang um den Block des Hotels. Jeder Einheimische, dem ich begegnete, schaute mir in die Augen und ich grüßte. Ein freundliches „Bonjour“ und ein eilig hinterher geworfenes „ça va“ kamen zurück. So oft und freundlich war ich noch nirgends auf der Straße begrüßt worden.

Zurück im Hotel trafen wir auf eine Überraschung. S.E. Botschafter Jacques Nshimyumukiza begleitete uns auf der weiteren Reise. Er ist der Ehemann der Botschafterin in Deutschland. Wir erfuhren, dass das Botschafter-Ehepaar bei einem Besuch der Berliner Kaffeerösterei ruandischen Kaffee entdeckte. Bei vertiefenden Gesprächen wurde die Idee für diese Reise geboren.

S.E. Botschafter Jaques Nshimyumukiza

S.E. Botschafter Jacques Nshimyumukiza

Wir begrüßten uns beim Vornamen, was bei offiziellen Anlässen sicher nicht üblich ist. Aber Jacques arbeitet ja auch nicht in der Botschaft, wie er uns erzählte. Er spricht nicht nur perfekt deutsch, sondern auch kinyarwanda (ruandisch), englisch und französisch.
Er war uns auf dieser Reise ein wichtiger Berater, Übersetzer, Koordinator und Freund!

Mit zwei „Jeeps“ ging es dann zu einer Wechselstube. Auf die Frage, was wir für die 8 Tage an Geld bräuchten (Restaurant, Verpflegung, Getränke, Geschenke, Tip etc.), einigte man sich auf 200 bis 300 Euro. Also wechelte ich 250 Euro zum Kurs von 1 Euro = 960 Ruandische Francs. Zurück bekam ich ein dickes Bündel 130 x 2.000 F-Scheine. Nachdem der Vierte sein Geld gewechselt hatte, hatten wir die „Bank“ gesprengt. Bei der zweiten Bank kauften die anderen Teilnehmer mit ihrer Kreditkarte ruandisches Geld. Jeder war mit Ruandischen Francs versorgt.

Wie schön. Kaffeebohnen auf den Geldscheinen.

Wie schön. Kaffeebohnen auf den Geldscheinen.

Unser erstes wichtiges Ziel an diesem Sonntag war das Genocide Memorial Center, wo 250.000 Menschen aus dem Völkermord von 1994 in einem Massengrab beigesetzt sind. Das Center wurde durch ein joint partnership des Kigali City Council und des UK Aegis Trust vor 10 Jahren gebaut.

Kigali Genocide Memorial

Kigali Genocide Memorial

In einem kleinen Museum hatte jeder die Gelegenheit, sich über die Hintergründe, den Ablauf des Genozids und die furchtbaren Gräueltaten auf Bildern und Texten zu informieren. Schwere Kost. Zum Verständnis des Landes war dieser Besuch aber eine wichtige Station. Mit der „Fackel der Hoffnung“ endete dieser Rundgang für uns.

Fackel der Hoffnung

Fackel der Hoffnung

Nachdenklich fuhren wir in einen ausgewählten coffeeshop „Shokola“, der uns beeindruckte. Bei einem „African Latte“ hellte sich unsere Stimmung auf. Nach einem köstlichen Lunch fachsimpelten wir über ruandischen Kaffee.

Coffeeshop Shokola

Coffeeshop Shokola

Unser Sonntagsausflug führte am späten Nachmittag auf einen lokalen Markt in Kigali. Fisch, Gemüse, Früchte, Stoffe, Schuhe, Kleidung, Souveniers uvm. wurden feilgeboten. Hier ging mein Herz auf. Das Handeln gehört hier zum Ritual wie auf einem Basar. Es machte richtig Spaß mit viel Lachen und guten Preisen für beide Seiten, hatten wir den Eindruck.

Besuch eines lokalen Marktes in Kigali

Besuch eines lokalen Marktes in Kigali

Am Abend ging es zum Essen in das „Phyrus“ Restaurant in Kigali, wo wir Samuel Muhirwa (SAM) trafen, Vice-President von Rwashoscco Ltd. und Operational Manager von KZNoir Ltd.

Beim Abendessen mit SAM (re.) im Restaurant Phyrus in KIgali

Beim Abendessen mit SAM (re.) im Restaurant Phyrus in Kigali

Beide Marketing- und Export-Unternehmen gehören jeweils zu mehreren Cooperativen. Es sind also Schirm-Organisationen, die das Marketing und die Export-Logistik ihrer Kooperativen/Washing-Stations organisieren. Sie vermarkten zusammen 21 Washing-Stations. Das entspricht fast 10 Prozent am Gesamtbestand an derzeit 225 Washing-Stations in Ruanda. Beide Unternehmen exportieren Spezialitätenkaffees direkt nach Japan, Süd-Korea, USA und auch nach Europa.
Die Gründung dieser Vermarktungsunternehmen ist übrigens eine der abschliessenden Ideen/Konzepte von PEARL gewesen, die den gesamten Umstrukturieungsprozess im Kaffeesektor in Ruanda begleitet haben. PEARL ist eine kooperative Zusammenarbeit der  Texas A&M, der U.S. Agency for International Development und Rwanda’s Ministry of Education.

Vier der Washing-Stations besuchten wir in den nächsten Tagen. Endlich Kaffee. Ruandischen Spezialitätenkaffee.  Fortsetzung folgt…

Alle Rechte an Fotos und Texten liegen bei ©kaffeewacht : Axel R. Bollmann.

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Zugegeben – »99 % kennen meistens alten Kaffee – wie schmeckt frischer Kaffee?« – ist polemisch formuliert. Bewußt. Denn unter diesem Motto könnte die gestrige Veranstaltung von David Latourell, Export Manager bei der Osloer Kaffeerösterei Solberg & Hansen gestanden haben.
Berlin, 6. Juni 2013. Eingeladen hatte der Berliner Coffeeshop CAFÉ CK, Prenzlauer Berg. Cory Andreen (C) und Kerstin Winkelbauer (K) sind professionelle Kaffee-Experten, Cory Andreen zudem amtierender Cupping Weltmeister.
Spezialitätenkaffees von Solberg & Hansen aus Oslo

Spezialitätenkaffees von Solberg & Hansen aus Oslo

Seit wenigen Monaten beziehen sie ihren Spezialitätenkaffee für die Filtermethode von der norwegischen Spezialitätenkaffee-Rösterei Solberg & Hansen. Erst seit dem letzten Jahr ist es möglich diesen Kaffee überhaupt nach Deutschland zu importieren. Solberg & Hansen gilt nicht nur als die älteste Spezialitätenkaffee-Rösterei (1879), sondern gehört vermutlich zu den international renommiertesten Micro-Röstereien in Europa, die in einem Atemzug mit Square Mile Coffee Roasters, The Coffee Collective, Tim Windelboe oder zum Beispiel Has Bean genannt werden. Sicherlich gehören auch einige wenige deutsche Micro-Röstereien mittlerweile zu diesem erlauchten Kreis.

Kaffee ist Obst. „Spargel kaufen Sie auch nur frisch – in der Saison“
Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 6,9 kg Rohkaffee* ist Kaffee die “Lieblingskirsche“ der Deutschen. Genau wie Süß- und Sauerkirschen, Erdbeeren oder Spargel hat auch die Kaffeekirsche ihre Saison. Doch Saison ist in den jeweiligen Anbauländern zu unterschiedlichen Ernte-Zeiten (Guatemala: Januar bis März.; Kenia: November bis Dezember; Brasilien: Juni bis August). Und genau wie Kirschen, Erdbeeren oder Spargel schmeckt natürlich auch der Kaffee am besten, wenn die Bohnen frisch sind.
David Latourell, Export Manager von S&H aus Norwegen

David Latourell, Export Manager von S&H aus Norwegen

Zu diesem Thema hatten David Latourell (S&H) und das CAFÉ CK zu einen interessanten Vortrag mit Tasting eingeladen. In einer Blindverkostung sollten 5 Kaffees (2 Cuppingschalen pro Kaffee) probiert werden.

Mitgebracht habe ich vier Kaffees aus der aktuellen frischen Ernte und ein Kaffee kommt aus der Ernte des Vorjahres, ist also alt. Aufgabe ist es nun, den „alten“ Kaffee herauszuschmecken.

Zusatzaufgabe: zwei Kaffees stammen jeweils aus einer Region, wobei 2 Kaffees sogar von der gleichen Farm stammen. Welche hängen zusammen, welche nicht?

Zum Procedere:
Nach dem Mahlen und Abfüllen der fünf Kaffees in die Cupping-Schalen wurde geschnuppert. Erste Meinungen wurden gebildet, aber nichts verraten. Denn erst beim Schmecken kann man das ganze Spektrum erfassen und schlussendlich beurteilen. Nach dem Aufguss wurde vier Minuten gewartet, die Kruste aufgebrochen und wieder geschnuppert. Dann geschlürft und wieder ausgespuckt. Notizen gemacht. Und schlussendlich beurteilt und bewertet. Das Ergebnis war eindeutig.
Die Erkennungszeichen: Süße, Säure, Körper, Aromen, Nachgeschmack.
Cupping-Weltmeister Cory Andreen und Kerstin Winkelbauer von CAFÈ CK

Cupping-Weltmeister Cory Andreen und Kerstin Winkelbauer von CAFÈ CK

 
1. Süße.
Spürt man an der Zungenspitze
Breaking the crust durch Cory Andreen (li) und David Latourell (re)

Breaking the crust durch Cory Andreen (li) und David Latourell (re)

2. Säure.
Wie zum Beispiel Citrus-, Wein- oder zum Beispiel grüner Apfelsäure schmeckt man an den Zungenrändern.
Süße oder Säure kann dabei hervorstechen oder gut miteinander ausbalanciert sein, mehr oder weniger intensiv sein.
Smelling

Smelling

3. Körper.
Das ist das Mundraum-Gefühl. Am besten kann man das mit Milch trinken vergleichen. Eine leichte Milch mit wenig Fettanteil, im Vergleich zu einer 1,8 prozentigen oder 3,5 prozentigen fetthaltigen Milch bis zu einem schweren griechischen Joghurt gibt es also leichte, sanfte, oder seidig, mittlere oder eben sehr vollmundige (buttrige) Körper.
smelling2
4. Aromen.
Unterschiedliche Aromen nimmt man über den Gaumen in der Nase wahr.

Alles ist dabei richtig. Nichts ist falsch, was man dabei schmeckt bzw. riecht. Denn jeder Mensch, jeder Kulturraum, jedes Land hat seine eigenen Erfahrungen, Prägungen, Geschmäcker, sagt David Latourell.

»Schlürfen und Spucken«

»Schlürfen und Spucken«

5. Nachgeschmack.
Wie lange bleibt der Geschmack. Geht er „Gott sei Dank“ schnell weg oder bleibt er erfreulich lang erhalten. Ist es angenehm oder unangenehm?
Beurteilen und Bewerten

Beurteilen und Bewerten

Die Profile nach dem Cupping im einzelnen:
1 & 2. La Amistad, Kolumbien
Region Huila, San Augustin; Varietäten: Typica, Caturra, Castillo; Process: washed.
Profil 1: Intensive Süße und eine Säure, die an roten Apfel erinnert; samtiger Körper, frischer Abgang. Aromen: Honig, Karamell, Apfelkuchen
Profil 2: im Unterschied zu sample 1 hat der zweite Kaffee mehr Säure (grüner Apfel); ist insgesamt mehr ausgeglichen zwischen Süße und Säure. Hat etwas mehr Körper.
Beide Kaffees kamen nicht nur aus der gleichen Region, sondern stammten von der gleichen Farm. Entscheidender Unterschied: der Kaffee aus der zweiten Verkostung stammte nur von den 30 der 90 Bauern, die bereit waren die Qualität des Kaffeeanbaus noch einmal zu steigern, wofür sie auch mehr Geld bekamen.
3. Muchoki, Kenia
Region Nyeri, Varietät: SL 28/SL 34, Process: washed. Muchoki ist eine der ganz wenigen Privatfarmen in Kenia. Nahezu alle anderen Farmen sind in Kooperativen organisiert. Profil 3: intensive Süße und schöne Säure (Citrus), mittlerer Körper, leichter Abgang Aromen: schwarze Johannisbeere, Rhabarber.
4. Thun Guri, Perlbohne, Kenia
Region Nyeri, Varietät: SL 28/SL 34, Process: washed. Thuns Guri ist der Name der “working station“, zu der über 400 Bauern liefern. Jeder Bauer hat zwischen 50 und 100 Kaffeebäumen. Profil 4: wunderbare Süße und Säure (Citrus), etwas weniger intensiv und mehr ausgelichen als der Muchoki Kaffee. Seidiger feiner Körper. Aromen: milchig-buttrig, schwarze Johannisbeere, Kumquat.
5. El Salvador (keine Namensnennung)
Es war der Kaffee aus der Ernte des Vorjahres. Und jetzt schmeckten wir sehr deutlich den Unterschied von altem zu frischem Kaffee. Profil 5: keine Süße, keine Säure, weniger Körper und… Aromen, die an holzig, staubig, erdig erinnerten.
Sehr typisch für alten Kaffee im Abgang: trocken am Hals.erwähnte Cupping-Weltmeister Cory Andreen.
David Latourell (S&H): „99 % kennen meistens industriell geröstete Kaffees  und meistens handelt es sich dabei um ältere Rohkaffees. Denn alle Kaffees werden verkauft. Alle!
Um jemanden an schonend gerösteten, frischen Kaffee heran zu führen macht es keinen Sinn einen saftigen fruchtig-süßen Kenianer als erstes zu präsentieren. Stufenweise sollte man erst Spezialitätenkaffees aus unterschiedlichen Lagen zum Beispiel aus Kolumbien, Guatemala oder Brasilien verkosten. Erst dann empfehle ich Lagen- oder sortenreine Plantagenkaffees aus frischen Ernten in Afrika zu probieren.
Cupping Table mit Fokus auf den alten Kaffee

Cupping Table mit Fokus auf den alten Kaffee

Ein großes Danke schön für ein lehrreiches und interessantes Seminar & Tasting an David Latourell von Solberg & Hansen. Und ein besonderer Dank gebührt Kerstin Winkelbauer und Cory Andreen von CAFÉ CK für die tolle Gastfreundschaft und eine sehr gelungene Veranstaltung.
*Rohkaffeekonsum pro Kopf 2011 in Kilogramm in Deutschland, Quelle: „Kaffee in Zahlen No.2, 2013“
©2013 kaffeewacht : Axel R. Bollmann

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Die Farm El Injerto in Guatemala hat vor wenigen Tagen die nationale Cup of Excellence Auktion 2013 gewonnen. Deren Ernte wird nun am 19.06.2013 versteigert.

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Sechs Varietäten von der berühmten guamaltekischen Farm El Injerto

El Injerto gilt als eine der berühmtesten und besten Kaffee-Farmen.
Bei der Versteigerung 2012 wurde eine ihrer Roh-Kaffees (Varietät: Mocca) für $500.50 pro amerikanisches Pfund verkauft. Eine der höchsten Preise, die je für Kaffee bezahlt wurden.
El Injerto ist seit 1874 im Besitz der Familie Aguirre und gewann mit ihren Kaffees bereits den ersten Platz bei der Guatemala Cup Of Excellence im Jahr 2006, 2008, 2009, 2010 und eben 2012.

Die Farm liegt in La Libertad, in der Spezialitätenkaffee-Region Huehuetenango. Ganz im Westen des Landes. Huehue ist die am höchsten gelegene und die trockenste Kaffee-Region in Guatemala – ohne Vulkane.

Dank der trockenen und heißen Winde, die aus Mexiko herüberwehen, ist die Region vor Frost geschützt. So kann hier Kaffee in einer Höhe von 2.000 m (ü.d.M.) angebaut werden. Je höher der Anbau, desto länger das Wachstum, desto härter die Bohne, desto besser die Qualität. Hauptsächlich werden in dieser Region Bourbon, Caturra und Catuai angebaut. Die Ernte erfolgt sogar bis spät in den April hinein.

Durch die großen Entfernungen muss nahezu jede Farm in dieser Region ihren Kaffee selbst weiterverarbeiten. Glücklicherweise gibt es dort eine Unzahl von Flüssen und Bächen, so dass eine Nassaufbereitung kein Problem darstellt.

Kiduk Reus, Co-Owner von der Berliner Rösterei Bonanza, besuchte die El Injerto Farm im März 2013 und organisierte Samples der aktuellen Ernte.

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Kiduk Reus, Co-Owner von Bonanza Coffee Roasters in Berlin

Aus der Ernte 2013 hat Kiduk Reus verschiedene Varietäten (Pacamara, Maragogype, Yellow Catuai, Geisha und Bourboncito) nur von dieser Farm mitgebracht.

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El Injerto Varietäten auf dem Cupping Table (Pacamara, Maragogype, Yellow Catuai, Geisha und Bourboncito)

Auf Einladung der Berlin Coffee Society (BCS) sollten die samples beim BCS-Mitglied Five Elephant Coffee & Cake verkostet werden. BCS ist eine kleine Gruppe Berliner Independent Coffee Shops, die mit viel Engagement und Kompetenz dazu beitragen, die Berliner Kaffee Szene zu verbinden.

Alle Varietäten kamen also aus der gleichen Erde, aus der gleichen Anbauhöhe und aus dem gleichen Microklima.

Vor 2 Tagen wurden sie nun von Bonanza schonend geröstet. Und nun bei Five Elephant für eine Cupping vorgestellt. Pro Varietät wurden zwei Cups (13g/217 ml) vorbereitet.

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Cuppingvorbebereitung – die Spannung steigt…

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Vier Minuten gewartet. Die Kruste aufgebrochen. Geschnuppert.

Vier Minuten gewartet. Die Kruste aufgebrochen. Geschnuppert. Und bei ca. 70 °C Getränketemperatur wurden die Löffel gezückt und das Schlürfen konnte beginnen.

Cupping-Weltmeister Cory Andreen gab sich die Ehre und machte den Anfang.

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Cupping Weltmeister Cory Andreen (links) läutete die Cuppingrunde ein

Für mich war Maragogype sehr speziell mit weinigen Noten. Pacamara war vollmundig, rund, hatte eine wunderbare Süße und lag nicht nur bei mir ganz vorne. Yellow Catuai bestach durch eine feine intensive Säure. Alle Varietäten waren sehr unterschiedlich und schmeckten phantastisch. Eine besondere und eine sehr gelungene Veranstaltung.

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Gelungene Kaffeeverkostung von sechs verschiedenen Varietäten der berühmten guamaltekischen Farm El Injerto

Kompliment an Bonanza und ein ganz besonderes Danke schön gebürte Kris Schackman, Co-Owner von Five Elephant, und seinem Team für seine Gastfreundschaft und sein unermüdliches Engagement für eine perfekte Organisation des Abends.

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Kris Schackman (rechts), Co-Owner von Five Elephant Coffee & Cake

Denn nach dem Cupping war vor dem ersten Berlinvision Kaffee Contest, der gleich im Anschluss folgte. Die Regeln waren einfach, denn es gab kaum welche. Jeweils 2 Teilnehmer bereiteten gleichzeitig einen selbst gewählten Kaffee zu (egal ob Espresso, Brühkaffee oder Signature Drink), der von einer Jury, unter Leitung von Cory Andreen, blind verkostet und nach Präsentation und Geschmack bewertet wurde.

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Erstes Berlinvision Kaffee Contest

Ob es einen Preis für den Gewinner des ersten Berlinvision Kaffee Contests gab, kann ich nicht sagen, denn gegen 22:00 Uhr strich ich die Segel.

Initiator: Berlin Coffee Society
Farm: Finca El Injerto
Hintergrundinfos: $500.50 a Pound for Coffee Beans

©kaffeewacht : Axel R. Bollmann

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Dienstag, 05. März: Besuch Cooperative LA VOZ am Atitlán Lake (Region »Traditional Atitlán«)

Hintergrund: Teilnahme an einer einmaligen SCAE-Kaffee-Exkursion nach Guatemala. Organisiert von ANACAFÉ, der »Guatemalan National Coffee Association« mit Sitz in Guatemala City. Das Programm sollte den Besuch von großen und kleinen Kaffeefarmen, eine Unterrichtung in die Aromenvielfalt und Profile der acht verschiedenen Spezialitätenkaffee-Regionen des Landes sowie in die Weiterverarbeitungsprozesse – Nass- und Trockenaufbereitung – nach der Kaffeeernte umfassen.

Guatemala-City, Hotel Clarion Suite, 05:30 Uhr Checkout, 06:00 Uhr Frühstück, 06:30 Uhr Abfahrt mit dem Anacafé-Bus. Viele bunte Busse begleiten uns auf unserer Reise durch das Land…

Ford »Blue Bird« Bus

Berühmt und viel gesehener »Blue Bird« Bus

Rund 3 Stunden ging die Fahrt jetzt Richtung Westen zum Lake Atitlán. Die Sonne schien. Es war warm. Und ich saugte die Eindrücke der Fahrt in mich auf. Bunte und schnellfahrende FORD »Blue Bird« Busse, kleine Zeltstände oder Blechhütten mit örtlichen Produkten.

Transportmittel

Typische Art des Transports…

Wanderarbeiter mit Hacke und Machete zu Fuß oder zu Pferd am Straßenrand, Blütenpracht, wilde Hunde, Menschen die auf den Pritschen der Pick-ups stehen oder sitzen, Feuerrauch, immer wieder bewaffnete Sicherheitsleute an Tankstellen, Büros und Ladengeschäften, Arbeiterinnen auf den Feldern und jederzeit sahen wir einen oder mehrere Vulkane. Beindruckend, fremd und schön.

Wochenmarkt Solála

Wochenmarkt Solála, Nähe Lake Atitlán

In  Sololá kurz vor dem Atitlán Lake machen wir Halt an einer Tankstelle für eine Pinkelpause. Aber viel interessanter: der örtliche Wochenmarkt. Becher mit frischen, bunten Melonenstückchen lachten uns an, Kinder die unter parkenden Bussen im Schatten auf ihre Mütter warteten, bunte und wohlriechende Gewürze; frische Gemüse- und Obstsorten (Pepperoni, Zwiebeln, Mais, Tomaten, Kohl, Gurken, Avocados, Limonen, Bananen und Ananas); frisches Fleisch und Würste, die offen und ohne Kühlung in den Ständen hingen, farbenprächtige Textilien, bunte Wolle, Plastikspielzeug und Töpfe. Beeindruckend. Und weiter ging die Fahrt.

»Bienvenidos Al LAGO DE ATITLAN« hieß es auf dem grünen Schild. Im Hotel »Porta del Lago« checkten wir ein.

Lake Atitlán

Am Lake Atitlán

Mit einem unglaublichen Blick auf den See und die Vulkane ließen wir die Idylle auf uns wirken. Wunderschön. Zu Fuß ging es runter zu einem kleinen Transferhafen. Mit einem kleinen Motorboot, das rund 16 Passagiere fasste, rasten wir über den See auf die gegenüber liegende Seite. Angekommen in Utz Epejtiik Xè Kukuàabàj stiegen wir um in zwei rote Mitsubishi Pick-ups. Auf den Pritschen stehend oder sitzend wurden wir die steilen Hänge aufwärts zur La VOZ Farm gefahren. Der erste Kaffeekirschbaum stand vor mir. Die ersten Kaffeekirschen meines Lebens hingen zum Pflücken nah. Hemmungslos griff ich in die Äste und pflückte die ersten Kaffeekirschen meines Lebens. Glücklich.

Cooperative La VOZ

Cooperative La VOZ

LA VOZ (Die Stimme) ist eine Kooperative, die 1979 von 20 Familien gegründet wurde. Heute arbeiten hier rund 140 Familien. Caturra und Bourbon Varietäten werden hier nebeneinander und gemischt angebaut. Auf einer Höhe von 1.500 m über dem Meeresspiegel (SHB-Qualität) werden pro Familie ca. 7 Hektar (5.000 Pflanzen pro Hektar) bewirtschaftet. Wir erfuhren, das die Ernte für dieses Jahr beendet ist – rund zwei Wochen zu früh für die Jahreszeit.

Parchment (Pergaminos) werden auf »Patios« sonnengetrocknet

Parchment (Pergaminos) werden auf »Patios« sonnengetrocknet

Die letzten Kaffees wurden  als Pergaminos auf den »PATIOS« gerade sonnengetrocknet. Fünf Container à ca. 528 Sack à 60 kg Pergaminos/ Parchments, das entspricht 5 Container à ca. 320 Sack à 69 kg Rohkaffee/Green Beans wurden dieses Jahr geerntet. Knapp 30 % weniger als letztes Jahr.

Hier sahen wir zum ersten Mal wie der Rostpilz  »Roya« gewütet hatte. Abgestorbene Blätter auf den Böden, halbnackte und kahle Bäume mit und ohne Kirschen, abgeholzte Parzellen, frisch befallene Bäume aber auch gesunde Bäume, die alle geernetet waren. Wir waren ernüchtert und etwas frustiert. Familien, die davon betroffen sind, werden andere Parzellen angeboten auf denen sie ihr erspartes Geld in den Anbau von Zwiebeln oder Tomaten investieren können.

Nach der Führung durch die Plantage zeigten uns die Verwalter die Funktion der Nass-Aufbereitungsanlage/Wet Mill und das Lagerhaus.

Zu unserer Überraschung wurden die Pergaminos/Parchments in Kaffeesäcken gelagert, die Aufschriften von anderen Spezialitätenkaffee-Regionen hatten oder sogar FAIR TRADE draufstand. Ich war irritiert. Auf Nachfragen erfuhr ich, dass es sich hier um die nachrangige Resternte handelte, die in die lokalen Märkte geht und nicht in den Export. Nichts geht verloren, aber vermutlich auch kein sinnvoller Beitrag um den Menschen vor Ort, die Qualität ihrer eigenen Kaffees zu vermitteln.
Ein angeschlossener roter namenloser Trommelröster stand in einer der Lagerhallen. Zum Abschluss durften wir die Ernte des letzten Jahres verkosten.

LaVoz Kaffeeröstung verkostet

LaVoz Kaffeeröstung verkostet

Selbst geröstete Kaffees wurden uns als French Press Zubereitung angeboten. Nicht ganz rund, aber schokoladige Noten im Aroma, mit einer leichten Citrussäure, vollmundig mit einem langen Abgang. Vielleicht war er etwas zu schnell und zu dunkel geröstet? Trotzdem ok. Nachdenklich und voller neuer Eindrücke machten wir uns auf den Weg zurück.

Rückfahrt mit dem Transferboot zum Hotel

Rückfahrt mit dem Transferboot zum Hotel

Mit dem Boot über den See ins Hotel. Der Sonnenuntergang über den Vulkanen lenkte mich ab. Unglaubliches Panorama. Notizen durchgesehen. Koffer vorbereitet. Spaziergang zum Wasser. Ein paar Postkarten geschrieben. Für 1 US Dollar pro Postkarte wurde der Versand vom Hotel organisiert. »Ob die je zu Hause ankommen werden?«

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Mittwoch, 06. März 2013:
Besuch der Los Andes Farm in Santa Bárbara im »Private Natural Reserve« im Department Suchitepequez, Region Atitlán

Gut geschlafen. Um 04:00 Uhr aufgewacht. Frühstück: 06:00 Uhr, Abfahrt: 07:00 Uhr. Suchitepequez liegt südlich des Atitlán Lakes. Wir fuhren um den See herum.

Die Landschaft verändert sich auf der Fahrt nach Süden

Die Landschaft verändert sich auf der Fahrt nach Süden

Die Vegetation veränderte sich. Die Sonne schien und es wurde wärmer (rund 25 °C bis 27 °C). Sehr grün. Zuckerrohr-Plantagen, Citrusfrüchte, Gummibaum-Plantagen und natürlich Kaffee. Nach 2,5 Stunden erreichten wir die Panama-Farm. Hier werden viele unterschiedliche Früchte und Hölzer angebaut.
Am Schlagbaum notierte sich der Wächter den Namen unseres Fahrers und das Buskennzeichen. Es ist eine riesige Farm, genannt Panama-Farm, die wir über mehrere Kilometer duchqueren mussten. Zu der Panama-Farm gehörte mal die Los Andes Farm, von der man sich aus wirtschaftlichen Gründen wohl getrennt hatte.

Finca Los Andes

Finca Los Andes

Dann erhob sich das Anwesen von Los Andes an den südlichen Hängen des Atitlán Volcano vor unseren Augen. »Jenseits von Afrika« könnte hier gespielt haben. Das musste das Paradies sein. Ein traumhafter Garten angelegt im britischen Stil mit einer Orchideenpracht, Palmen, Bananen, exotischen Blumen und Pflanzen. Ein Pool ludt zum Baden ein. Der Blick ins Tal: faszinierend. Und hinter der Farmvilla erhebt sich majestätisch der Atitlán Volcano. Es war atemberaubend. Wir waren verzaubert. Freundlich wurden wir von der Familie »Hazard« (Vater & Tochter) begrüßt und auf unsere Zimmer geleitet.

Auf der Terrasse nahmen wir eine frische Limonade oder einen Eistee zu uns. Was für ein Kontrast zu La Voz.

Los Andes Schule

Los Andes Schule

Noch etwas benommen von den Natureindrücken besuchten wir als erstes die privat organisierte Schule (rund 50 Schüler, im Alter von 6 bis 10 Jahre) von Los Andes. Es sind Kinder der Menschen, die rund um die Farm leben und arbeiten. Erziehung zur Selbstverantwortung ist das Leitprinzip. Jede kleine Gruppe an Schülern wird eine Aufgabe am Schultisch übertragen für die er/sie verantwortlich ist (Sprecher, Materialbeschaffung, Ordnung etc.). Die Kinder stellten sich bei uns mit Namen und Aufgabenbereich vor und sangen uns einstudierte Lieder vor. Es war sehr berührend.

Los Andes Schule

Los Andes Schule

Nach der Aufführung bedankte sich Colin Smith (Reisekkordinator) bei allen Kindern und übergab Buntstifte, Filzstifte und Lineale sowie Papierblöcke, die er im Namen der SCAE aus England mitgebracht hatte. »Es ist eine große Freude und eine sinnvolle Maßnahme, die die Kinder brauchen«, meinte der Schuldirektor/Lehrer, der übrigens auch der lokale Arzt ist, wie wir später überraschend erfuhren.Denn es gibt auch eine eigene Krankenstation auf Los Andes.

Mit den Schülern an der Chicken-Farm

Von den Schülern selbst verwaltete Chicken-Farm

Weiter ging es zu einer kleinen Chicken-Farm und zum Gemüsegarten, die auch in Selbstverwaltung der Kinder stehen. Hier lernen sie den Nutzen von Hühner- und Gartenhaltung kennen und wie man damit Geld verdient. Ein selbst geerntetes Radieschen durfte ich direkt probieren. Es gibt auch einen Fußballplatz für die Kinder und Erwachsenen.

Ein kleiner Kolonialwarenladen steht unter gemeinschaftlicher Verantwortung der örtlichen Dorfgemeinschaft, finanziert von den Eigentümern der Los Andes Farm. Die Überschüsse aus dem Produktverkauf des Ladens werden gemeinschaftlich geteilt und gespart. Der lokale Laden reduziert die Betriebskosten für Fahrten in die nächste Stadt, die viele Kilometer entfernt ist.

Präsentation: Kaffeeanbau auf Los Andes

Präsentation: Kaffeeanbau auf Los Andes

Zurück zu Kaffee.
Von der 630 Hektar großen Farm werden 104 Hektar mit Kaffee angebaut. Caturra, Catuaí, Catimor und Sarchimor Varietäten werden angebaut. Zwei Drittel »Strictly Hard Bean« und ein Drittel »Hard Bean«. Geerntet wird von November bis Januar. Die Erntezeit ist auch hier vorrüber.
Neben Kaffee werden auch Tee (23 Hektar), Quina – hilft gegen Malaria (30 Hektar), Macadamia (22 Hektar) und Kakao (12 Hektar) angebaut. Der Rest (420 Hektar) ist Waldgebiet.

Baumschule (Grafting) auf Los Andes

Baumschule (hier: Grafting) auf Los Andes

Am Nachmittag besuchten wir die Baumschule. Die Jungpflanzen wachsen über acht Monate von der Saat bis zu einer Größe von 20 cm. Alle Jungpflanzen werden anschließend gepfropft. Eine entsprechende Arabica Varietät wird auf eine Robustapflanze transplantiert. So nutzt die Arabicapflanze die Resistenz der Robusta-Wurzel gegen Krankheiten. Allerdings hilft das nicht gegen den Rostpilzbefall auf den Blättern. Daher werden auf Los Andes mehr »Sarchimor «und »Catimor« Jungpflanzen angebaut, die resistent gegen den Pilzbefall derzeit scheinen. Sarchimor soll im Vergleich zu Cartimor ein besseres Cup Profil haben.

Kompostieranlage auf Los Andes

Kompostieranlage auf Los Andes

Etwas entfernt lag eine große Kompostanlage in der sich massenhaft Regenwürmer durch die abgesonderte Pulpe der Kaffeekirschen fraßen. Dieser natürliche Restmüll wird von den Würmern in wertvollen Humus gewandelt, der als natürlicher Dünger wieder eingesetzt wird. Dieser Humus enthält im Durchschnitt fünf mal mehr Stickstoff und Kalium, sieben Mal mehr Phosphor und doppelt soviel Kalzium als der Wurm vorher eingenommen hat. Nicht schlecht für einen Haufen Würmer, die sonst als Fischfutter eingesetzt werden.

Wet Mill Anlage auf Los Andes

»Trockene« Wet Mill Anlage auf Los Andes

Weiter ging es zu der »Peligro«, der Nass- Aufbereitungsanlage, wo die frisch gepflückten Kirschen normalerweise entpulpt werden. Aber auch diese Anlage stand bereits still, da die Ernte bereits beendet war. Wir wurden etwas nervös. Dass wir diesen Weiterverabreitungs-prozess auf unserer Reise vielleicht gar nicht mehr sehen können.

Colin Smith telefonierte mit Anacafé in Guatemala City. Eine Stunde später erhielten wir eine Planänderung und das Versprechen, dass Direktor Luis Ortega uns seine Farm La Merced bei San Martin in Chimaltenango zeigen wird. Sie liegt höher als andere Farmen. Der Kaffee wächst dort länger, entsprechend später wird geerntet und weiterverarbeitet. Erleichterung und Freude kamen  bei uns allen auf. Und Dankbarkeit für die hohe Flexibiliät und die Einsatzbereitschaft für unsere Interessen.

Am Abend fing es an zu Regnen. Nach dem abendlichen Buffet mit Gemüse, Kartoffel, Huhn und Tortillas bot uns Familie Hazard die Gelegenheit ihre Kaffee-Ernten zu probieren.
Sie hatten vier Sorten geröstet. Zu unserer Überraschung kannten sie nicht das Geschmacksprofil und hatten im Verkosten keinerlei Erfahrung. Sie hatten diese Kaffees nur für uns rösten lassen.

Cupping auf Los Andes

Cupping auf Los Andes

Tibor Hajcsunk (li.) von Pasco in Ungarn, der schon unzählige Barista- und Cuppingmeisterschaften gejudged hat, bereitete ein Cupping für uns vor. Fünf Cups pro Kaffeeröstung. 15 g wurden für 200 ml gewogen und grob gemahlen und dann gebrüht.

Ein Kaffee stach heraus »Lot 11«. Rund, schöne Süße, feine, elegante Säure, blumige Noten, gefolgt von Fruchtaromen, die an Himbeeren erinnern; vollmundig im Abgang. Leider wußte Mrs. Hazard nicht, was für ein Single Origin Kaffee der »LOT 11« war …

Fortsetzung folgt: phantastischer Sonnenaufgang, Besuch der Finca Rosario Quezada und Dry Mill & Exporteur Fedecocagua, Pacaya sowie Besuch der Finca La Merced

Alle Bild- und Textrechte liegen bei ©kaffeewacht : Axel R. Bollmann

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