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Archive for the ‘Gesundheit’ Category

Cold Brew Coffee ist kalt aufgebrühter Kaffee (am besten mit einer helleren Röstung/Filterröstung). Dafür wird das Kaffeepulver mit kaltem Wasser aufgegossen. Der Kaffee enthält dadurch weniger Bitterstoffe, weniger Säure, viel Koffein und schmeckt mild und je nach Kaffee sehr aromatisch. Somit ist Cold Brew Coffee ein leckeres Sommergetränk für Kaffeeliebhaber – natürlich abhängig vom Kaffee.
Eine sehr interessante Kombination und schon seit einiger Zeit in den Großstädten angesagt ist »Cold Brew Coffee mit Tonic Water«.

Der Nachteil: Die Zubereitung dauert auch hier mit 12 bis 24 Stunden – je nach Ziehzeit und Geschmack – ungemein länger als bei der gewöhnlichen Kaffeezubereitung.

Bald soll es aber viel schneller und simpler gehen:  die Fa. Philosoffee aus Berlin plant nach der erfolgreichen Einfühung von Koldbrew in 2016/17 nach eigenen Angaben nun ein weiteres hochwertiges Fertiggetränk. Koldbrew Tonic.

Was sich dahinter verbirgt?
Ein überraschend erfrischender Kaffeedrink mit ordentlich Kohlensäure und viel Koffein.

»Obwohl sie es bis vor kurzem noch nie probiert haben, kommen Freunde und Familien nicht mehr los davon«, sagen die drei Gründer Benjamin Thies (Co-CEO, ehem. Unternehmensberater), Lukas Friedemann (Co-CEO, ehem. Startup-CEO) und Christian Figueras (CPO, ehem. Winzer und Getränketechnologe).

Damit auch andere sobald wie möglich in den Genuss von Koldbrew Tonic kommen, will die Fa. Philosoffee nun schnellstens die ersten 12.000 Flaschen Koldbrew Tonic abfüllen. Für Kaffeeliebhaber, Mate-Trinker und Geschmacksvisionäre. Mit ordentlich Koffein (32mg/100ml), Bio, und vor allem zu fairen Preisen für die Kaffeefarmer, die all das erst möglich machen.

Der Kaffee den sie für ihren Koldbrew Tonic verwenden, soll fair gehandelter Spezialitäten-Kaffee sein. Ein Sorten-Mix aus Typica und Caturra von der südamerikanischen Kooperative Cenfrocafe aus St. Ignacio, einem kleinen Ort im Nordosten Perus. Geröstet wird der Kaffee von Constantin Hoppenz (Bonanza Coffee Roasters Berlin), deutscher Filterkaffeemeister und Fünfter auf der diesjährigen Brewers Cup Weltmeisterschaft.
Durch die hauseigene Cold Brew Zubereitungsmethode soll der Kaffee mild, süß und unglaublich aromatisch sein. Geschmacklich soll der sogenannte „Apu Blend“ fast an ein flüssiges Tiramisu erinnern. Philosoffee hat im Labor dazu ein eigenes Bio-zertifiziertes Tonic Water entwickelt, das eine feine Balance aus süßen und bitteren Noten haben soll.

Klingt gut und sehr lecker. Und nun? Es fehlt noch an Geld und mentaler Unterstützung. Dazu haben die drei Gründer eine Crowdfunding-Kampagne am 16. Oktober 2017 gestartet, die am 20. November 2017 endet. Mit 20.000€ können sie die erste Koldbrew Tonic Produktion umsetzen und 12.000 „Freundschaften“ aus Koldbrew und Tonic Water in Flaschen füllen. Kuratiert wird die Crowdfunding-Kampagne von StartinFood

Mehr zu dem neuesten Produkt und der Philosoffee Crowdfunding Kampagne. Bitte klicken: KoldbrewTonic

Die Philosoffee GmbH, gegründet im November 2016 in Berlin, produziert und vertreibt nach eigenen Angaben Getränke auf Basis von Spezialitätenkaffee. Mit einem Team von acht Mitarbeitern verfolgt Philosoffee die Mission, Spezialitätenkaffee salonfähig zu machen und gesunde Konsumalternativen gegenüber klassischen »Zuckerbrausen« zu entwickeln.
Das Berliner Spezialitätenkaffee-Startup bietet aktuell drei bio-zertifizierte Getränke an: Koldbrew Pure, Koldbrew Tonic und Nitrobrew. Die Gründer unterstützen hiermit den bewussten und nachhaltigen Umgang mit der Ressource Kaffee und eine gesündere Ernährung.

 

Bild- und Textquelle: Philosoffee GmbH, Rohrdamm 88, 13629 Berlin , philosoffee.de

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Die Regierung von Guatemala hat in der letzten Woche den sogenannten landwirtschaftlichen Notstand über das Land verhängt. Auf den dortigen Kaffeeplantagen herrscht der Ausnahmezustand. Ein Rostpilz, namens Roya, geht um – und verbreitet sich rasend schnell. Bis zu siebzig Prozent der Pflanzungen in Guatemala sollen infiziert sein. Der guatemaltekische Kaffeeverband Anacafé prognostiziert einen Ernteausfall von rund 40%. Einnahmen und Arbeitsplätze sollen in erheblichen Maße gefährdet sein.

Die guatemaltekische Regierung hat daher umgerechnet gut 10,5 Millionen Euro als Hilfe für die Kaffeebauern zur Verfügung gestellt, um Chemie/Pestizide einzusetzen. Der Kaffeeanbau gilt als der bedeutendste Wirtschaftszeig in Guatemala.

Erste Anzeichen des Kaffeerosts sind kleine gelbe Flecken auf der Unterseite der dunkelgrünen Blätter der Büsche. Die werden immer grösser, das Blatt färbt sich und wird schließlich von einem weissen Pulver überzogen. Dann fallen die Blätter ab, und die Kaffeefrucht ist schutzlos der Sonne ausgeliefert. Die Konsequenz: Die wenigen Kaffeebohnen, die noch übrig bleiben, sind von minderer Qualität. Probleme mit dem Pilz gibt es scheinbar in allen zentralamerikanischen Kaffeeländern sowie in Mexiko und in Kolumbien. Als Ursache wird der Klimawandel (steigende Durchschnittstemperaturen, die einher gehen mit steigenden Niederschlagsmengen sowie tropischen Unwettern) vermutet.

Ein aufschlussreicher Hintergrundbericht zur Kaffeeseuche in Mittelamerika erschien von Cecibel Romero, San Salvador in der WOZ (Die Wochenzeitung, Schweiz) vom 6. Dezember 2012. Mehr dazu: http://www.woz.ch/1249/kaffee-und-klimawandel/der-sterbenskranke-muntermacher

Textquelle: Deutschlandradio vom 9. Februar 2013; Anacafé, Guatemala

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New York/Frankfurt am Main, 11. April 2012 – Die Rainforest Alliance verzeichnet für das Jahr 2011 deutliches Wachstum in allen Sektoren. Das meldet die unabhängige weltweit tätige Umweltschutzorganisation heute an ihrem Verwaltungssitz in New York.

Nachhaltige Landwirtschaft:
Im vergangenen Jahr bewirtschafteten 250.000 Farmer eine Fläche von insgesamt 1,1 Millionen Hektar nachhaltig – gemäß den Richtlinien des Sustainable Agriculture Network-Standard (SAN-Standard). Sie dürfen für ihre Erzeugnisse das Siegel Rainforest Alliance Certified™ führen. Das entspricht einem Wachstum von 205 Prozent bezogen auf die Anzahl der Erzeuger und einem Plus von 55 Prozent bezogen auf die bewirtschaftete Gesamtfläche. Die Zahl der Unternehmen, die Rainforest-Alliance-Certified-Rohstoffe kaufen oder Produkte verkaufen, die Rohstoffe von zertifizierten Farmen enthalten, stieg um 20 Prozent bzw. plus 500 Unternehmen auf nunmehr rund 3.000.
Tee
Das Volumen an nachhaltig erzeugtem Rainforest-Alliance-Certified-gesiegeltem Tee wuchs auf über 425.000 Tonnen. Das entspricht 9,4 Prozent der globalen Teeproduktion und mehr als einer Verdreifachung gegenüber 2010. Mehr als 260.000 Kleinbauern in Kenia, Ruanda und Uganda sind mittlerweile zertifiziert. Die Nachfrage nach Rainforest-Alliance-Certified-Tee war insbesondere in England wieder stark. Dort haben mittlerweile große Marken wie Yorkshire-Tea, Twinings, Tetley und PG Tips (Unilever) auf nachweislich umwelt- und sozialverträglich angebauten Tee umgestellt, und damit auch auf das Siegel mit dem grünen Frosch. Auch die größte Marke Kontinentaleuropas, Teekanne, hat damit begonnen, Tee von Rainforest Alliance zertifizierten Farmen zu beziehen. Die ersten Produkte sind nun u. a. in Deutschland auf dem Markt. Dazu gibt es hierzulande wie auch in der Schweiz zunehmend ein Angebot von Lipton-Tee aus nachhaltigem Teeanbau.

Kaffee
Im Jahr 2011 wurden mehr als 245.000 Tonnen Rainforest-Alliance-Certified-Kaffee erzeugt – ein Plus von 20 Prozent gegenüber 2010. Das Verkaufsvolumen stieg um 13 Prozent auf annähernd 130.000 Tonnen Kaffee. Für Europa bezieht Emmi nunmehr 100 Prozent des für Emmi Café Latte benötigten Kaffees von Rainforest-Alliance-zertifizierten Farmen. Auch Tchibo und Kraft Foods erweiterten ihr Angebot und ihre Selbstverpflichtungen. Darüber hinaus hat Japan Airlines damit begonnen, auf allen Inlandsflügen und sämtlichen internationalen Verbindungen nur noch Kaffee mit dem Siegel „Rainforest Alliance Certified“ auszuschenken.

Kakao
Über 98.000 Tonnen Kakao wurden 2011 gemäß SAN-Standard erzeugt – ein Wachstum von 75 Prozent gegenüber 2010. Das entspricht etwa 2,7 Prozent der globalen Kakaoproduktion. Nach England wird Mars nun auch in den USA seine Marke Dove auf Kakao von Rainforest Alliance zertifizierten Farmen umstellen. In Australien trägt die Marke Mars fortan das Siegel mit dem grünen Frosch. In Deutschland führte Unilever zunächst zwei Magnum-Varianten ein, für die Rainforest-Alliance-Certified-Kakao verwendet wird: Magnum Ghana und Magnum Ecuador. Weitere Produkte werden folgen. Zudem führte Lidl ein Angebot an Premiumflachtafeln ein, das Kakao von zertifizierten Farmen enthält. Ein weiterer Höhepunkt war die Unterzeichnung der „Rainforest Alliance Climate Cocoa“-Vereinbarung mit Olam International Ltd., einem international führenden Händler und Verarbeiter von agrarischen Rohstoffen, in Ghana. Das UNEP-GEF-Programm „Greening the Cocoa Industry“ liegt weiterhin voll im Zeitplan.

Rooibos, Vanille und mehr
2011 wurden zwei neue agrarische Rohstoffe in die Liste der Landwirtschaftsprodukte aufgenommen, für die Farmer eine Zertifizierung gemäß SAN-Standard anstreben können: Rooibos und Vanille. Hier gibt es erste Projekte in Südafrika und Madagaskar.
Mittlerweile findet der SAN-Standard Anwendung auf über 40 landwirtschaftliche Erzeugnisse der Tropen. Überdies ist gegenwärtig eine Standard-Adaption für den nachhaltigen Anbau von tropischen Gewürzen in Vorbereitung.

Darüber hinaus wurde die Online-Trainingsplattform www.sustainableagriculturetraining.org gestartet, die derzeit 19 Trainingskurse offeriert und rund 150 verschiedene Schulungsunterlagen bereithält.

Klimawandel:
Das anhaltende Roden von Wäldern verursacht aktuell etwa 17 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. Wälder zu erhalten und damit ihre Speicherfähigkeit von Kohlenstoff zu bewahren, kann entscheidend dazu beitragen, den Klimawandel abzuschwächen. Die Rainforest Alliance weist nachdrücklich auf die Bedrohungen hin, die aus dem fortschreitenden Klimawandel erwachsen. Insbesondere die tropische Landwirtschaft ist vom globalen Temperaturanstieg dramatisch betroffen, der die wirtschaftliche Existenz und Lebensgrundlage von Millionen Bauern und ihrer Familien entlang des Tropengürtels bedroht. Gleichzeitig können Farmer dazu beitragen, die Folgen des Klimawandels zu mildern, indem sie eigen verursachte Emissionen gezielt reduzieren, bestehende Waldflächen erhalten oder Wald wieder aufforsten. Im vergangenen Jahr verifizierte die Rainforest Alliance die ersten beiden Kaffeefarmen, die den neuen „climate friendly“-Standard des SAN-Klimamoduls erfüllen: El Platanillo in Guatemala und Daterra in Brasilien.

Zur Arbeit der Sektion „Klimawandel“ der Rainforest Alliance gehört auch, als unabhängige Instanz sogenannte Wald-Kohlenstoffspeicher-Projekte zu evaluieren und zu validieren. Im Verlauf des Jahres 2011 konnten 13 weitere solcher Projekte verifiziert oder validiert werden. Mittlerweile validierte die Rainforest Alliance über 1 Million Hektar Waldfläche in 17 Ländern und verifizierte CO2-Emissionsreduktionen mit einem Äquivalenzwert von rund 155.000 Tonnen CO2.

***

Über die Rainforest Alliance:
 
Die Rainforest Alliance ist nach eigenen Angaben eine unabhängige nicht-regierungsgebundene Umweltschutzorganisation, die sich für den Erhalt der Artenvielfalt  einsetzt und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Lebensgemeinschaften fördert. Sie engagiert sich für eine ökologisch verträgliche Landnutzung, sozial verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln und ein werteorientiertes Verbraucherverhalten. Dafür ist sie weltweit in rund 80 Ländern aktiv. Die Rainforest Alliance ist Mitglied im Sustainable Agriculture Network (SAN) – Netzwerk für nachhaltige Land­wirtschaft. Das SAN ist die am längsten bestehende und größte Koalition von Nichtregierungsorganisationen, deren Bestreben eine verbesserte Erzeugung von Rohstoffen in den tropischen Ländern ist. “Rainforest Alliance CertifiedTM“-Farmen müssen hohe Anforderungen hinsichtlich umwelt-, sozial und wirtschaftlich ausgerichteter Standards erfüllen. Um zertifiziert zu werden, müssen die Farmen unabhängigen Auditoren gegenüber nachweisen, dass sie erfolgreich zielführende Maßnahmen umsetzen. Dazu gehören etwa Wiederaufforstungsmaßnahmen, Gewässerschutz, Schutz natürlich vorkommender, wildlebender Tier- und Pflanzenarten, integrierte Schädlingsbekämpfung, verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen ebenso wie Beachtung der Arbeitsrechte, der Gesundheitsvorsorge und Fortbildung der Farmarbeiter.
Weitere Informationen: www.rainforest-alliance.org/de und www.thefrogblog.de
Text- und Bildquelle: Pressestelle der Rainforest Alliance, Frankfurt/Main

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Spezielle Kaffeemaschine für Kaffee-Kapseln (Foto: Nespresso)

Jährlich werden Milliarden an Kapselkaffees abgesetzt. Gemahlener Röst-Kaffee wird dabei in Aluminiumkapseln portioniert und in speziellen Kaffeemaschinen zubereitet. Die komfortable Zubereitung mit Kapseln (und Pads!) beschert allen Beteiligten (Hersteller und Handel) seit einigen Jahren zweistellige Zuwachsraten.

Der Einzelportionsmarkt (aktuellere Zahlen liegen leider nicht vor):
Allein Nespresso (Nestlé) verkaufte im Jahr 2006 etwa 3 Milliarden Kaffeekapseln in 38 Ländern. Damit ist das Unternehmen der drittgrößte Kapselverkäufer (11 %). Marktführer in diesem Segment ist Sara Lee mit Pads (40%), gefolgt von Lavazza (12%). Auch kleinere Kaffeekapsel-Wettbewerber, wie Kraftfoods mit Tassimo oder Tchibo mit seinem Kapselsystem Cafissimo sehen sich auf der Erfolgsspur (Zahlen lt. Studie von Evalueserve/2005).

Der Zufall… oder ein Besuch beim Arzt:

Bioresonanzgerät nach MORA mit Kapselkaffee

Durch befreundete praktische Ärzte für Homöopathie bin ich darauf aufmerksam gemacht worden, dass es in den so genannten Kapselkaffees vermehrt zu Aluminum-Belastungen bei ihren Patienten gekommen sei.

Symptome, wie zum Beispiel Müdigkeit, Hauterkrankungen, hormonelle und nervliche Veränderungen führten auf Grund von Messungen durch die so genannte Bioresonanzanalyse* (nach Mora) der Ärzte zu dem Ergebnis, dass sie entsprechend hohe Aluminium-Belastungen haben sollen.
Nach Analyse der Ursachen wurde vermehrt festgestellt, dass bei den Vieltrinkern von Kapselkaffee nach dem »Ausleiten« der angeblichen Gifte und dem Weglassen dieses Kaffeegenusses diese Belastungen reduziert sein sollen.

Die These der Ärzte: Hervorgerufen durch den Hochdruck bei der Zubereitung in der speziellen Kaffeemaschine – Durchstoßen und mechanischer Abrieb, der zum Loch in der Kapsel führt, werden Kleinstteile dieser Leichtmetalle – mit allerdings toxischen Eigenschaften – in Verbindung mit dem heißen Wasser vermutlich ausgeschwemmt.
So soll das Aluminium die Toxizität von Quecksilber VERSTÄRKEN, welches z.B. durch Amalgam weitverbreitet ist und durch Mangel an Spurenelementen im Körper gespeichert und nicht ausgeleitet werden können. Das soll bei sehr häufigem Konsum zu Ablagerungen im Körper führen. Und damit zu verstärkten Belastungen.
Neueste amerikanische Studien sollen bewiesen haben, dass durch Aluminiumablagerungen Alzheimer entstehen kann, zumindest soll die Wahrscheinlichkeit höher sein, Alzheimer zu bekommen. Natürlich hängt das von der Veranlagung bzw. der Genetik ab, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist.

Kann die These stimmen?
Die Bioresonanztherapie ist umstritten. Aber beim Verifizieren dieser Ärztethese traf ich zu meiner Überraschung auf keine konkreten medizinischen oder wissenschaftlichen Untersuchungen zu dieser Thematik im Internet?! Nahezu gar nichts.
Auch Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Spiteller vom renommierten Institut für Umweltforschung an der Technischen Universität Dortmund konnte mir auf Anfrage nur sagen, dass er mit der Thematik an sich nicht vertraut ist, aber „es wäre durchaus möglich, dass geringfügig etwas erhöhte Aluminium-Belastungen auftreten können„.

Für eine zweite Meinung bat ich einen weiteren Arzt um eine Stellungnahme: Dr. Gerhard Rummel von der Medizinische Gesellschaft für Bioresonanz in Rheinstetten wurde dann doch konkreter.
Zitat: „Diese Schwermetallbelastungen sind ein langfristiges Problem, da diese toxischen Substanzen bei einem Prozentsatz von Patienten nicht oder verlangsamt ausgeschieden wird. Vom Amalgam ist es bekannt. Deshalb stellen diese Kapseln bei allergie-belasteten Patienten ein Risiko dar und Aluminium kann zusammen mit Infektionen den Boden für Parkinson und Alzheimer bereiten. Es sind damit multifaktorielle Zusammenhänge, die nicht einfach durch Studien zu beweisen sind. Das Problem betrifft alle „Umweltgifte“ in gleicher Art, was zu immer geringeren Belastungsgrenzen durch den Gesetzgeber führt. Gesunde haben kaum Probleme, Kranke sicher.

Was sagt eigentlich die kapselproduzierende Industrie dazu?
Lavazza, einer der größten Kaffeekapsel-Produzenten weltweit, verwies mich an die zuständige PR-Agentur, die mir mitteilte, dass sie in Deutschland keine Untersuchungen dazu vorliegen haben. Eine Stellungnahme aus Italien war nicht zu bekommen. Das war schon mal enttäuschend – auf diese Thematik war man scheinbar nicht vorbereitet.

Ein Sprecher von Tchibo teilte mit, dass die oben erwähnten Auswirkungen in der geschilderten Form nicht nachvollzogen werden können –  insbesondere die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer zu erkranken.
Eine Studie des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die u. a. die Thematik „Aluminium aus Bedarfsgegenständen“ thematisiert, stütze diese Einschätzung, so Tchibo.
Zitat: „Ein Zusammenhang zwischen einer erhöhten Aluminium-Aufnahme aus Lebensmitteln inklusive Trinkwasser, Medikamenten oder kosmetischen Mitteln und einer Alzheimer Erkrankung wurde bisher wissenschaftlich nicht belegt. Weder bei Dialyse-Patienten, noch bei Aluminium-Arbeitern – beides Personengruppen, die in großem Umfang mit Aluminium in Kontakt kommen – wurden die für Alzheimer typischen Amyloid-Ablagerungen im Gehirn überdurchschnittlich oft beobachtet. Das BfR sieht deshalb keine Gesundheitsgefahr für Verbraucher durch eine Aluminiumaufnahme aus Lebensmittelbedarfsgegenständen und kosmetischen Mitteln.“ Übrigens eine Studie aus dem Jahr 2005, aktualisiert in 2007.

Ergänzend wurde seitens Tschibo angemerkt, dass die Aluminiumfläche der Tschibo-Kapseln nur kurzfristig und in geringer Fläche in Kontakt mit Kaffee bzw. Brühwasser kommt. Erst beim Einlegen der Kapsel und dem anschließenden Verriegeln des Kapselhalters durchstößt ein Dorn die Aluminiumschicht, die durch eine Folierung vom Kaffee getrennt ist. Sonst kommt der Kaffee nur mit Kunststoff in Kontakt. Eine erhöhte Löslichkeit von Aluminium unter dem Einfluss von Säuren und Salzen wie vom BfR beschrieben, ist ebenfalls bei Kaffee nicht gegeben.

Nespresso (Nestlé) bzw. deren PR-Agentur benötigte bedingt durch diverse Outlookprobleme mehr als 5 Wochen für eine Stellungnahme, aber konnte mit konkreten Zahlen aufwarten. Also hatte man die Zeit genutzt und sich vermutlich schlau gemacht.
Zum Beispiel: Wie andere Pflanzen nimmt auch der Kaffeebaum durch die Erde eine kleine Menge Aluminium auf, die zu einem natürlichen Gehalt von 0,73-52mg/kg Aluminium in Kaffeebohnen führt. Dies entspricht einem Gehalt von bis zu 0,042 mg in einer Nespresso Kapsel und 0,002 – 0,005 mg in einer zubereiteten Tasse Nespresso Kaffee. Ergo: „Bei einer geschätzten Aluminiumaufnahme durch Speisen und Getränke von 8 mg am Tag liefert eine Tasse Nespresso Kaffee ca. 0,06%“. Klingt wenig: aber bei 4 Tassen am Tag, bei einem täglichen Konsum auf das Jahr gerechnet, bezogen auf zum Beispiel die letzten 5 Jahre, macht das ca. 35 mg!

Weiter wurde mitgeteilt, dass die Nespresso-Kapsel sowie die Membran mit einer lebensmittelunbedenklichen Beschichtung versehen sind. Kleine Partikel des Aluminiums, die sich unter der Verwendung von Wasser unter hohem Druck in seltenen Fällen lösen könnten, können aufgrund der Beschichtung nicht in den gerösteten und gemahlenen Kaffee gelangen.

Hinsichtlich eines potentiellen Gesundheitsrisikos von Aluminium gibt es laut Nestlé Annahmen, denen zufolge Aluminium bei exzessivem Konsum zu einem Risikofaktor für Knochen- und Hirnschäden wie z.B. die Alzheimer-Krankheit werden kann. Experten der WHO (World Health Organisation) haben jedoch erforscht und bestätigt, dass es keinerlei Anlass für die Annahme einer primären Verbindung zwischen Alzheimer und Aluminium gibt.
Schlussbemerkung seitens der PR-Agentur von Nestlé: Nespresso ist selbstverständlich stets auf dem neuesten Kenntnisstand der Studien und Forschungen und führt regelmäßige, vorbeugende Messungen des Aluminumgehaltes im Nespresso Kaffee durch. Diese Messungen unterstützen die Aussage, dass der Gehalt sehr gering ist und zu keiner signifikanten Steigerung der täglichen Aluminiumaufnahme durch Speisen und Getränke führt.

Eine Sprecherin von Kraftfoods (Tassimo) verwies auf die Ausgabe der „test“ Zeitschrift der Stiftung Warentest. Danach hatten beide Tassimo Geräte bei „Schadstoffen“ von allen Kaffeemaschinen im Test die besten Ergebnisse. Zitat: „Hier geht die Stiftung Warentest zwar nicht direkt auf Aluminium ein, aber diese Tests sind durch die unabhängigen Labore der Stiftung Warentest sehr gründlich. Wenn Aluminium im Getränk vorhanden gewesen wäre, hätte die Stiftung Warentest die Öffentlichkeit mit Sicherheit darauf aufmerksam gemacht.“

Eine Sprecherin der Stiftung Warentest sagte dazu:
Zitat: „Es gibt verschiedene Thesen, inwiefern akkumulierte Stoffe im menschlichen Körper bestimmten Konsumgewohnheiten zuzuordnen sind. Nicht alle sind durch wissenschaftliche Studien belegt.
Da die Stiftung Warentest keine solche Grundlagenforschung durchführt, arbeiten sie mit dem Umweltbundesamt (UBA) und dem Bundesamt für Risikobewertung (BfR) zusammen.
Auch aus dieser Zusammenarbeit kamen keine Anstöße über die bisher untersuchten Stoffe (Blei und Nickel) weitere problematische Substanzen in die Untersuchung von Espresso- oder Portionskaffeemaschinen einzubeziehen.
Die Schadstoffbelastungen Blei und Nickel in dem Test 12/09 wurden – wie in „Ausgewählt, geprüft, bewertet“ dargestellt – im Wasser aus dem Kaffeeauslass und aus dem Dampf/Heißwasserauslass bestimmt. Hintergrund dieses Vorgehens ist, dass nur so eine eindeutige Zuordnung der gemessenen Werte zu der Portionskaffeemaschine möglich ist. Leider können wir keine weiteren Aussagen dazu machen.“
Vermutlich ist das auch ein salomonisches Urteil, dass man zum jetzigen Zeitpunkt am besten treffen kann.

Meine persönliche Schlussfolgerung:
Holzauge sei wachsam. Zumindest Menschen mit einem schwachen Immunsystem, allergischen Erkrankungen bzw. deren Abwehrsystem angegriffen ist, sollten sich vermutlich trotzdem bei dieser Art des Kaffeekonsums zurückhalten. Dennoch bleibt es eine These, die nicht wissenschaftlich bewiesen ist. Grundlagenforschung tut Not. Und das BfR scheint für alle Beteiligten die einzige Anlaufstelle bzw. die letzte Instanz zu sein … In diesem Zusammenhang zwei letzte Links: ein lesenswerter Artikel aus dem American Journal of Clinical Nutrition zur Evidenzdebatte in den Vereinigten Staaten sowie ein interessanter Beitrag auf dem Vitalblog von Dr. Uwe Alschner zum Thema Paradigenwechsel in der evidenzbasierten Medizin.

 

*Was ist Bioresonanztherapie?
Die Bioresonanztherapie abgekürzt BRT, ist eine Methode der Alternativmedizin. Alternative Bezeichnungen sind Mora-Therapie, biophysikalische Informationstherapie oder Multiresonanztherapie.
Sie wurde 1977 von dem deutschen Arzt Dr. Franz Morell und seinem Schwiegersohn, dem Ingenieur Erich Raschke als MORA-Therapie veröffentlicht.
Bioresonanztherapie gehört nicht zum Methodenspektrum der wissenschaftlichen Medizin. Die Bioresonanztherapie hat auch nichts mit Biofeedback zu tun.
Kritische und weitere erläuternde Informationen zum Thema Bioresonanz unter: wikipedia oder Naturheiltherapie

© 2010 by Axel R. Bollmann

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