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Archive for the ‘Kaffeerarität’ Category

(Hamburg, 01.2010) Zum Auftakt des neuen Jahres haben wir uns eine echte Kaffeerarität zur Verkostung geleistet:

Speicherstadt Kaffeerösterei in Hamburg

einen Hawaii Kona extra fancy. Geröstet von der Hamburger Speicherstadt Kaffeerösterei. Gekauft im hauseigenen Fabrikladen. Hier werden rund 30 frische Röstkaffee-Spezialitäten produziert.
Verbunden haben wir den Kauf dieser Kostbarkeit (250 g) mit einem Besuch in dem hauseigenen Rösterei-Café. Umgeben von wunderschönen, alten Kaffeemühlen, Kaffeeröstanlagen und Kaffeesäcken rund um den Äquator, konnten wir den Barkassen am Fleet zusehen und einen frisch zubereiteten Hochlandkaffee (St. Helena „Green Tipped Bourbon“) für 12,90 Euro bei strömenden Regen genießen. Diese Kaffeerarität stammt übrigens von dem ehemaligen Verbannungsort Napoleons im Südatlantik. Ein sehr milder, fruchtiger Kaffee. Zubereitet in der Cafétiere.

Hochlandkaffee-Verkostung in der Speicherstadt Kaffeerösterei

Für die Verkostung zum Jahreswechsel haben wir dann einen Hawaii Kona extra fancy (100 % sortenrein) gekauft. 25o g kosten hier 18,75 Euro.
Ein Besuch dieser sehenswerten Rösterei lohnt sich und kann ich jedem Kaffee-Aficionado nur empfehlen.

Hawaii Kona extra fancy (100 % sortenrein):
Hawaii ist der 50. Bundesstaat der USA. Die Inselgruppe gehört aber zum polynesischen Kulturraum.

Hawaii Kona extra fancy, 250g, 18,75 Euro, Speicherstadt Kaffeerösterei

Hawaii liegt ungefähr 4.000 km vom amerikanischen Festland entfernt. Hawaii ist bedingt duch seine geografische Lage auch der einzige Bundesstaat der USA, in dem Kaffee angebaut wird (Kona-Kaffee). Das Anbaugebiet befindet sich an den Hängen von Hualālai und Mauna Loa an der namensgebenden Kona-Küste der Insel Hawaii.

Der immens hohe Preis (zweitteuerster Kaffee) ist ein Resultat starker Nachfrage aus Japan und den USA und erklärt sich unter anderem dadurch, dass der Kaffee nur auf etwa 30 Kilometern entlang der Westküste angebaut wird.

Es herrschen geradezu ideale klimatische Bedingungen für den Kaffeeanbau: das richtige Maß an Regen und Sonne und kein Frost. Der beste Kona-Kaffee wird als Extra Fancy, Fancy und Number One bezeichnet.

Hawaii Kona wird am besten in der Cafétiere zubereitet

Wir mahlen 20 g des hell gerösteten Kaffees bei einem mittleren Mahlgrad.  Befüllen die Cafétiere (0,35 l Volumen) mit dem frischen Mahlgut und gießen gefiltertes nicht mehr kochendes Wasser über den Kaffee. Rühren das frisch aufgebrühte Getränk um, damit sich die freisetzenden Öle, Fette, Zucker und Säuren mit dem Wasser gut verbinden. Erst dann setzen wir den Deckel mit Stempel auf die Kanne und lassen das Gebräu ca. vier Minuten ziehen. So hat das Getränk genügend Zeit seinen aromatischen Geschmack zu bilden. Dann erst drücken wir den Stempel langsam nach unten. So dass sich kaum Kaffeesatz im Getränk selbst befindet. Und genießen den Kaffee pur: schwarz! Ohne Milch. Ohne Zucker.

Hawaii Kona frisch zubereitet. Unvergleichlich!

Unser Genuss-Erlebnis:
Gewürze, Musskat, Pfeffer steigen uns in die Nase. Es riecht nach Exotik. Das weckt die Neugierde auf den Geschmack. Nüsse, Früchte, Kirschen, Granatapfel, Ribisel – das ganze Potpourrie an hawaiianscher Traumwelt wird in uns wach gerufen. Feine Säure, weich, mittlerer Körper. Ein klarer, frischer langer Abgang. Perfekt! Wir sind rundum begeistert. Ein Kaffee, der zu den BESTEN gehört.

Auf unserer Genuss-Skala von 1 bis 10 bekommt der Hawaii Kona extra fancy von der Hamburger Speicherstadt Kaffeerösterei eine glatte 1. Traumhaft. Glückwunsch nach Hamburg, einen solch exotischen Kaffee so perfekt veredelt zu haben.

© 2010 by Axel R. Bollmann

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Jamaica Blue Mountain, Hawaii Kona und Kopi Luwak gehören sicherlich zu den bekanntesten Vertretern der am meisten diskutierten Kaffeeraritäten (Luxussegment) der Welt. Legenden und Geschichten ranken um diese Kostbarkeiten. Getrunken werden diese Top-Kaffees im englischen Königshaus (Jamaica Blue Mountain), im Weissen Haus (Hawaii Kona). Sie werden in amerikanischen Luxushotels und Spitzenrestaurants angeboten. Begleiten die Astronauten der NASA. Werden von Filmhelden wie James Bond genossen. Aber vor allem werden diese Raritäten zu Spitzenpreisen angeboten. In Japan kostet eine Schale Jamaica Blue Mountain Kaffee um die 10 Euro. In den USA wird der Kopi Luwak für bis zu 350 US$/Kilogramm verkauft.
In Deutschland kostet das Kilogramm Röstkaffee dieser sortenreinen Top-Raritäten im schonenden Niedertemperatur-Chargenröstverfahren bei renommierten deutschen Privatröstern, wie Supremo Kaffeerösterei/Unterhaching, von ca. 180 Euro für Kopi Luwak über ca. 120 Euro für Jamaica Blue Mountain bis 80 Euro für Hawaii Kona Röstkaffee.
Zum Vergleich: eine traditionell geröstete sortenreine Hochland-Kaffeespezialität (zum Beispiel: Monsooned Malabar AA bei der Speicherstadt Kaffeerösterei Hamburg) kostet pro Kilogramm ca. 18 Euro. Industrielle Kaffeemischungen beim Discounter (zum Beispiel Aldi) um die 5 Euro pro Kilogramm Röstkaffee.
Sicherlich eine grobe Vereinfachung. Denn es gibt viele Differenzierungsgesichtspunkte, die einen bestimmten Preis rechtfertigen (industriell oder traditionell geröstet, Robustakaffee aus Vietnam oder Hochlandkaffee aus Guatemala, Plantage oder Kooperative, sortenrein oder gemischt, Arabica oder Robusta, Rainforest, Fair Trade, biodynamisch usw.). Es geht hier um die beispielhafte Veranschaulichung der Marktsegmente (Top/Luxus, Spezialitäten, Massenmarkt).

Immer mehr Privatröstereien sind über die Entwicklung der Raritäten im Luxussegment irritiert.
Es kursieren abenteuerliche Marktzahlen* – von Hawaii Kona sollen pro Jahr 700 Tonnen (700.000 kg) geerntet, aber jährlich 10.000 Tonnen (10.000.000 kg) verkauft werden!? Kopi Luwak wird mit 200 kg (0,2 Tonnen) Ernte pro Jahr angegeben. Und es werden angeblich Tonnenkaffee jährlich verkauft. Von Jamaica Blue Mountain sollen jährlich 900 Tonnen (900.000 kg) geerntet und ein vielfaches davon verkauft werden …

Wie ist das möglich?
Nach dem Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch und der Deklarationsverordnung müssen laut Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer Deutscher Kaffeeverband, 100 % Hawaii Kona-Kaffee enthalten sein, wenn „Hawaii Kona“ auf der Packung steht. Alles andere ist Lug und Trug und ist lebensmittelrechtlich zu beanstanden. Wenn „Kona Mischung“ auf der Packung steht, muss ausgewiesen sein, wieviel Prozentanteil „Kona“ enthalten ist.
Wenn keine Prozentangaben genannt werden, es sich aber um eine „Kona Mischung“ handelt, müssen es 100 % Kona Provenienzen sein. Oder es muss anderweitig deutlich ausgewiesen werden: Mit Bohnen „soundso“, die in der Zutatenliste angegeben sein müssen. So, dass man weiss, der Hauptanteil ist „Kona“, dann kommt „Brasilien“, „Kolumbien“ usw. Alles andere wäre ein Verstoß gegen das deutsche Lebensmittelrecht.
Mirko Schamong, Schamong Kaffee in Köln, sagt dazu, dass Raritäten üblicherweise mit guten Arabicabohnen aus der direkten Umgebung des Anbaugebietes verlängert werden, zum Beispiel Indonesien Luwak mit Java! Teils zu Preisen, für die man früher nicht eine Tasse Kopi Luwak gebrüht bekommen hätte, sagt Matthias Busse, Yellow Star Coffee aus Berlin. Busse hat sich vom Kopi Luwak-Geschäft mitterweile getrennt, da es seiner Ansicht nach keine zuverlässige Bezugsquelle dafür gibt. Aus Hawaii importiert Busse 100 % Kona Originalröstungen direkt von der Farm Athena of Hawaii.
Hans Nill von Spezialitäten-Compagnie, Mössingen/Freiburg hat sich sehr elegant aus der Raritätenaffäre gezogen. Er ist ein langjähriger Kenner des Hawaii Kaffees und bietet statt Kona einen sortenreinen Spitzenkaffee von der Hawaii Insel Maui an, den es exklusiv in Europa nur bei ihm gibt: „Maui Moka“, die wohl kleinste Bohne der Welt.
Andreas Wessel-Ellermann, Speicherstadt-Kaffee, Hamburg bietet ausschließlich sortenreine, also unverfäschte Raritäten an. Beim Thema Mogeln legt Wessel-Ellermann aber ausdrücklich noch eins drauf und schießt gegen die großen Industrieröster: In einer Verbraucherinformation für Kunden der Speicherstadt Kaffeerösterei (Herausgeber Speicherstadt Kaffeerösterei) bestehen laut unabhängigen Untersuchungen 50 % der Kaffees von einigen Großanbietern zu einem teils sehr hohen Anteil aus günstigem Robusta-Kaffee, trotz Deklaration von 100 % Arabica auf der Verpackung! Als Begründung verweist Wessel-Ellermann auf den vernichtenden preislichen Wettbewerb bei den industriellen Kaffeeherstellern (nach Abzug der Handelsspanne, Kaffeesteuern und allen Kosten verbleiben 0,80 bis 1,20 Euro für den Einkauf von Rohkaffee. Fair Trade garantiert derzeit 1,40 Euro. Hochwertige Kaffeespezialitäten (Hochlandkaffees) kosten jedoch das Drei- bis Vierfache im Einkauf.

Zurück zu den Raritäten, die im Einkauf noch ein Vielfaches der Spezialitäten kosten.
Am Beispiel von „Hawaii Kona“ will ich es genauer wissen. „Hawaii Kona“ ist für den Kaffee-Aficionado ein Qualitätssiegel. Ausschließlich im Distrikt Kona der Hawaiianischen Hauptinsel wächst diese mild-würzige Sorte. Sie gilt als ein Spiegel des Klimas, des perfekten Bodens und der Verarbeitung vor Ort. Die kleine Anbaufläche macht diesen Kaffee hochbegehrt und kostbar. Versierte Kaffee-Kenner schätzen ihn für seinen exzellenten Geschmack und sind deshalb auch bereit, seinen vergleichsweise hohen Preis zu bezahlen.

Auf Empfehlung des Kaffeeverbandes nehme ich Kontakt mit der vor wenigen Jahren gegründeten KCFA Kona Coffee Farmers Association, Kailua-Kona, Hawaii (USA) auf. Bruce Corker, President von KCFA bringt etwas Licht ins o.a. Zahlen-Missverhältnis für Hawaii Kona Kaffee. Seit 1989 gibt es auf Hawaii ein Gesetz, dass es hawainischen Kaffeeröstern erlaubt „Kona Blend“ (Kona Mischung) auf die Packung zu schreiben, die nur 10 % Kona und 90 % importierten Kaffee enthält! Aus Sicht von KCFA ist das eine „legale Fälschung“ von Hawaii Kona Kaffee. Konsumenten werden bewußt getäuscht, scheinbar echten „Kona Kaffee“ zu kaufen und damit einen zu 90 % „verfälschten“ Geschmack zu verbreiten, insbesondere auf dem US-amerikanischen Markt. Zu Preisen, die zu Lasten der Bauern gehen, der sogenannten „Cherry Farmers“, der zumeist alteingesessenen Kaffeebauern mit niedrigem Ausbildungsstand. KCFA hat den Kampf aufgenommen. Mittlerweile sind über 100 Bauern dem KCFA-Verband beigetreten. Von hier gehen nur zertifizierte Säcke mit 100 % Kona auf die internationalen Märkte. Weitere Aufklärungsarbeit tut dringend Not, sagt Corker.

Fazit:
„Kona Blend“ ist Preibisch vom Kaffeeverband auf dem deutschen Markt nicht bekannt. Vermutlich gibt es auf dem deutschen Markt (noch) keine „legalen Fälschungen“. Und wenn müßte man laut Kaffeeverband die Provenienzen ja transparent machen.
Das Jamaica Coffee Industry Board ist im Unterschied zu Hawaii bereits aktiv auf der Suche nach legalen Sanktionen gegen Fälschungen, u.a. müssen die Fässer zertifiziert sein und sie sollen unmittelbar nach dem Öffnen zerstört werden, damit sie nicht mit anderen Bohnen befüllt werden.
Bei Kopi Luwak und ihrer Massentier-Käfighaltung der Schleichkatzen besteht wohl die größte Unsicherheit. Hier sollte man nur bei Kaffee-Partnern des Vertrauens kaufen.
Aber ein Rest Unsicherheit bleibt, denn auch die Importeure/Händler der Röster müssen auf die Aussagen der Vertreter der Herkunftsländer vertrauen. Und die Herkunftsländer machen teilweise, was sie wollen, sagt Dr. Hans-Jürgen Langenbahn von Maskal – fine coffee company und ausgewiesener Kenner u.a. des äthiopischen Kaffeemarktes.

*Jeder hatte davon gehört. Leider konnte mir keiner der ausgewiesenen Kaffee-Experten (u.a. Deutsche Kaffeeverband, KCFA oder Vertreter der Privatröster) bei meinen Recherchen die o.a. Zahlen bestätigen oder gar eine konkrete Studie nennen, die diese Zahlen belegen.

© 2009 by Axel R. Bollmann

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Verkostung eines »Cup of Excellence Bolivia« Gewinners

Verkostung eines »Cup of Excellence Bolivia« Gewinners

In Bezug auf die Kaffeemenge ist Bolivien ein kleiner Akteur: Es steht an 38. Stelle der Kaffee produzierenden Länder. Noch hinter den USA. Doch im Hinblick auf die Qualität des Kaffees arbeitet Bolivien hart daran, um in den großen Ligen mitzuspielen. In den letzten Jahren hat das Land große Fortschritte erzielt, dank der bolivianischen Specialty Coffee Association (ACEB), die Anti-Drogen-Geld von der US-Regierung bekommt. So engagiert sich auch die US-amerikanische, gemeinnützige Organisation ACE (Alliance for Coffee Excellence) mit ihrem Cup of Excellence Programm in Bolivien. Das Andenland beteiligt sich seit 2004 an diesem Programm und kann herausragende Kaffee-Erfolge vorweisen.

Ein Gewinner (Platz 19 von 26 Auserwählten) des bolivanischen Cup of Excellence Wettbewerbs in 2007 war zum Beispiel die Plantage NECTAR (Pablo Yana Mamani, Anacleto Muri, Ricardo Olori) aus der Region Caranavi in Bolivien. Anacleto Muri nahm zum ersten Mal in 2007 an dem Programm teil, um zu sehen wo er qualitativ mit seiner Plantage steht.
Auf der 18,00 Hektar großen Farm werden auf 10,00 Hektar die Arabica-Varietäten Typica und Caturra in 1.600 m u. M. Höhe angebaut. Die Produktion dieses Jahrgangskaffees betrug 994 kg.
Die Kaffeebäume werden ohne künstlichen Dünger und ohne Pestizide aufgezogen. Von Juni bis September werden nur die reifen Kirschen von Hand  geerntet und sofort mit Wasser aus Gebirgsbächen entpulpt. Anschließend in der Sonne getrocknet.
Die Beschreibung des Kaffees mit Rangfolge, laut CoE-Jury:
Milchschokolade, Zuckerrohr, Kirsche/Beeren, Orange, Zitronengras, Grüner Apfel, Mandarinen, Trauben, Pflaume, Orangenschale.
(Quelle: Cup of Excellence, Alliance for Coffee Excellence, Inc. (ACE), einer gemeinnützigen Organisation mit Sitz in den USA).

250 g Supremo-Terroirkaffee für 9,80 Euro

250 g Supremo Jahrgangskaffee für 9,80 Euro

Auktionsgewinner:
Die Münchner Kaffeerösterei Supremo ersteigerte die komplette Losgröße dieses Kaffees. Übrigens, ist Supremo, eine der ganz wenigen deutschen Firmen, die an solchen Auktionen teilnehmen und auch entsprechende Spitzenkaffees ersteigern. Hauptsächlich kommen die Auktionsteilnehmer aus den USA und aus Japan. Aus Europa sind es eher Vertreter aus Großbritannien und aus den skandinawischen Länder.
Diese Rarität haben wir für 9,80 Euro für 250 g online bei der Supremo Kaffeerösterei, unter Raritäten,  erworben und gleich nach der Lieferung ausprobiert …

Zubereitung des Plantagenkaffees:
Zur Verkostung bereiten wir eine sortenreine Kaffeerarität, die medium geröstet ist,  in der Cafétiere (Press-Stempelkanne) zu.

Abwiegen von 20 g und 18 g Nectar-Bohnen

Abwiegen von 20 g und 18 g Nectar-Bohnen

Wir mahlen heute zum Vergleich einmal 20 g und einmal 18 g des »NECTARs« bei einem mittleren Mahlgrad. Und bereiten uns zwei Kannen zu.
Befüllen beide Cafétiere (0,35 l Volumen) mit dem frischen Mahlgut und gießen gefiltertes nicht mehr kochendes Wasser über den Kaffee. Rühren das frisch aufgebrühte Getränk jeweils um, damit sich die freisetzenden Öle, Fette, Zucker und Säuren mit dem Wasser gut verbinden. Erst dann setzen wir den Deckel mit Stempel auf die Kanne und lassen dieses Gebräu ca. 3,5 Minuten ziehen. So hat das Getränk genügend Zeit seinen aromatischen Geschmack zu bilden. Dann erst drücken wir den Stempel langsam nach unten. So dass sich kaum Kaffeesatz im Getränk selbst befindet. Und genießen den Kaffee pur: schwarz!

Dieser Kaffee und diese Röstung verdienen hohe Anerkennung!

Dieser Kaffee und diese Röstung verdienen hohe Anerkennung!

Unser persönliches Genuss-Erlebnis:
Es kommt uns ein feiner Geruch nach Kirsche, Erde, feiner Süße entgegen. Bei dem mit 20 g aufbereiteten Kaffee riecht es intensiv nach frisch geschnittenem Holz, nach Wald.
Im Geschmack kommt die Kirsche zum Ausdruck. Mit Paprikanoten. Leichte Zartbitterschokolade. Beim 20 g Kaffee schmecken wir insgesamt eine ausgeprägte saftige Fruchtigkeit. Eine feine Kirsch-Zartbitterschokolade mit 70 % Kakaoanteil ;-). Lecker. Dazu ist er vollmundig mit einer feinen Säure. Im Abgang lang anhaltend. Fruchtig-würzig. Toll!
Auf unserer Genuss-Skala von 1 bis 10 bekommt der Cup of Excellence Gewinner NECTAR aus Bolivien, geröstet von Supremo, eine ZWEI plus.

© 2009 by Axel R. Bollmann

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Verkostung eines »Cup of Excellence Brasilien« Gewinners

Verkostung eines »Cup of Excellence Brasilien« Gewinners

Bei unserer heutigen Verkostung haben wir uns auf einen überraschenden Qualitätskaffee fokussiert. Auf einen Cup of Excellence Gewinner 2006 aus Brasilien (Platz 24 von 29 Auszeichnungen in Brasilien). Überraschend deshalb, da Brasilien bei uns eher dafür bekannt ist, dass er als Kaffeegigant meistens für Kaffeemischungen eingesetzt wird, es den größten Teil der Robustas in Standard-Konsumqualität erzeugt. Und Brasilien den meisten Kaffee im eigenen Land verbraucht und somit viele edle Kaffees gar nicht ausgeführt werden.

Hintergrund zur Kaffeeplantage »Do Moinho«:

mittlerer Röstgrad des Do Moinho

mittlerer Röstgrad des Do Moinho

Die Fazenda Do Moinho von Vinícius Carneiro José Pereira befindet sich in der Gemeinde Olímpio Noronha (ca. 2.500 Einwohner), im Süden Minas Gerais (ca. 20 Mio. Einwohner), Brasilien. Minas Gerais gehört zu den 4 Staaten  (Minas Gerais, Paraná, Sao Paulo, Espírito Santo), die 98 % des Gesamtertrages an Kaffee in Brasilien ausmachen. In Minas Gerais hat man in der Region Cerrado alte Bourbon-Varietäten wieder entdeckt, die jetzt als Plantagenkaffees angebaut werden. Auf einer Farmgröße von 315 Hektar, wovon 60 Hektar für die Kaffeeplantage genutzt werden, wird die Kaffeesorte »Arabica-Bourbon« in einer durchschnittliche Höhe von 1100 Meter angebaut. Der Rohkaffee von dieser Kaffeeplantage wurde in 2006 mit der dem Cup of Excellence Award versehen.

Was ist der Cup of Excellence?

Diese Auszeichnungen (Awards) werden in einem strengen Wettbewerb verliehen, bei dem die allerbesten Kaffees des jeweiligen Landes für das jeweilige Jahr von nationalen und internationalen Verkostern ausgewählt werden (Jahrgangskaffees). Mittlerweile ist die Cup of Excellence – aufgelegt in 1999 und gestartet in Brasilien – die begehrteste Auszeichnung für Kaffees der Spitzenklasse. Alliance for Coffee Excellence, Inc. (ACE), eine gemeinnützigen Organisation mit Sitz in den USA, ist Initiator und Eigentümer des Cup of Excellence Programmes.

Kriterien vergleichbar eines Terroir-Wein-Wettbewerbs
:
perfekte Reife,  gut entwickelter Körper, angenehmes Aroma, lebendige Süße, die nur Kaffeespezialitäten höchster Qualität enthalten. Jeder prämierte Kaffee hat seine eigene Geschmacksnote des Bodens, auf dem er wächst, und jeder wurde so gefertigt, dass diese einzigartigen Charakteristiken hervorgehoben werden.

Auszeichnung und Auktion:

Die Gewinner werden mit dem angesehenen Cup of Excellence® ausgezeichnet und bei einer Internetauktion an den Meistbietenden verkauft. 85% des Höchstgebots geht an die Kaffeeproduzenten selbst, um die Leistung der erreichten Qualität auch finanziell zu würdigen.

250 g Do Moinho von Supremo für 9,95 Euro

250 g Do Moinho von Supremo für 9,95 Euro

Beschreibung des Do Moinho Kaffees der Cup of Excellence Jury:
leicht schokoladige Süße · voller Körper · Kirschen · Salbei · herb und würzig · feste Struktur · süßliches Bohnenkraut · Anis · klare süße Säure

Gewinner der Internet-Auktion dieses Kaffees waren 2 deutsche Qualitätshändler:
Rohkaffeeimporteur Rehm & Co. in Hamburg (www.rehmcoffee.de) für das alteingesessene Tee- und Kaffeehandelshaus Dethlefsen & Balk in Hamburg (www.dethlefsen-balk.de) und
Supremo Kaffeerösterei in Unterhaching/München (www.supremo-kaffee.de). Für 9,95 Euro haben wir 250 g dieses Supremo Röstkaffees erworben. Ohne Auktion, aber online via www.supremo-kaffee.de im Online-Shop unter Raritäten.

Do Moinho Zubereitung in der Cafétiere

Do Moinho Zubereitung in der Cafétiere

Zubereitung des Plantagenkaffees:
Zur Verkostung bereiten wir einen solch besonderen Plantagenkaffee in der Cafétiere (Press-Stempelkanne) zu. Wir mahlen knapp 20 g des medium gerösteten Kaffees bei einem mittleren Mahlgrad.
Befüllen die Cafétiere (0,35 l Volumen) mit dem frischen Mahlgut und gießen gefiltertes nicht mehr kochendes Wasser über den Kaffee. Rühren das frisch aufgebrühte Getränk um, damit sich die freisetzenden Öle, Fette, Zucker und Säuren mit dem Wasser gut verbinden. Erst dann setzen wir den Deckel mit Stempel auf die Kanne und lassen das Gebräu ca. vier Minuten ziehen. So hat das Getränk genügend Zeit seinen aromatischen Geschmack zu bilden. Dann erst drücken wir den Stempel langsam nach unten. So dass sich kaum Kaffeesatz im Getränk selbst befindet. Und genießen den Kaffee pur: schwarz!

Verkostung von Do Mohinho: pur, schwarz

Verkostung von Do Mohinho: pur, schwarz

Unser persönliches Genuss-Erlebnis:
Kakao, Nüsse, Baumrinde steigen als erste Aromen auf. Es riecht dann sehr schokoladig. Im Geschmack nehmen wir eine süßliche Schärfe (Kirschen und Cayenne?) wahr. Die Salbei-Note ist gewöhnungsbedürftig. Verleiht ihm vermutlich den eigenständigen Charakter. Er hat einen vollen Körper, leicht rauchig. Lang im Abgang.
Auf unserer Genuss-Skala von 1 bis 10 bekommt der Cup of Excellence Gewinner Do Moinho aus Brasilien, eine DREI bis VIER.

© 2009 by Axel R. Bollmann

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